Apocalypse Cow

von | 5. März 2021

Der Markt für pflanzenbasierte Ernährung boomt – so konnte das Segment der veganen Käsealternativen im Jahr 2020 ein zweistelliges Umsatzwachstum gegenüber dem Vorjahr erzielen. Die Ernährungsweise des Flexitarismus bewegt sich immer stärker in Richtung Mainstream – nicht verwunderlich, dass nunmehr auch die Bel Gruppe im großen Stil in diesen Markt einsteigt. Beweggründe für hohe Verbraucher-Resonanz seien mitunter die eigene Gesundheit, die Sicherstellung des Tierwohls sowie der Umweltschutz. Die pflanzenbasierten Produkte erzeugen ja schließlich einen geringeren CO2-Fußabdruck als Milchprodukte mit daran gekoppelter Rinderhaltung.

Kann es wirklich sein, dass Rinder durch ihren Methanausstoß das Klima derart schädigen und einen erheblichen Teil dazu beitragen? Schließlich gibt es Rinderhaltung ja nicht erst seit 100 Jahren. Millionen Jahre weideten Wildpferde, Auerochsen, Wisente & Co. bis Menschen vor rund 11.000 Jahren die ersten Wildrinder domestizierten. In hinduistischen Religionen ist der Schutz der Kuh bis in die heutige Zeit sogar ein wichtiges Element und unantastbar. Alleine Indien zählt zu den größten Milchproduzenten weltweit. Mit über 300 Mio. Rindern finden sich nirgends so viele Tiere wie dort. In Deutschland werden hingegen nur knapp 12 Mio. Rinder gehalten – genug für manch einen, aufgrund des Methanausstoßes eine Diskussion hinsichtlich Fleischverzicht, Verbote, Restriktionen usw. zu entfachen, anstatt sich etwa sinnvolle Gedanken um eine vielleicht mögliche, methanreduzierende Fütterung zu machen.

Übrigens: Gelangt Methan in die Atmosphäre, zerfällt es innerhalb von nur zwölf Jahren, dafür ist es 25-mal klimawirksamer als Kohlendioxid, so lautet es in einer Studie der University of Rochester. Auf natürliche Weise entsteht das farb- und geruchlose Gas in Sümpfen und Mooren. Darüber hinaus gilt auch der Reisanbau als Methanquelle.

Wie schwer es ist, eine Diskussion im angemessenen Rahmen zu führen, veranschaulicht folgende Online-Konferenz: Im Rahmen einer virtuellen Podiumsdiskussion zum Thema „Zukunftsdialog: Wie teuer ist Fleischkonsum wirklich?“ stellte die Moderatorin gleich zu Beginn willkürlich weil suggestiv die Weichen: „Jeder Deutsche verzehrt pro Jahr ca. 60 kg Fleisch. Würde dieser Konsum nur um ein Viertel reduziert, so ließen sich 8,3 Mio. t CO2-Äquivalente vermeiden, mehr als das Vierfache des Inland-Flugverkehrs.“ Na also! Ab sofort gibt es nur noch veganes Fleisch im Flieger und schon ist das Gewissen rein.

Vor ein größeres Problem möchte ich indes die Moderatorin stellen: Gerne darf sie  1,35 Mrd. Menschen erklären: Wahrlich, ihre heiligen Rinder sind die Teufel der Apokalypse!

Alexander Ströhlein
Redaktion

 

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