Klimakiller Kuh – Klimaretter Landwirtschaft?

von | 23. September 2021

Rinder sind nicht besonders umweltfreundlich. Dies erklären uns zumindest Klimaschützer und sonstige selbsternannte »Was-auch-immer-Schützer«! Die Kühe rülpsen große Mengen Methan aus – ein Gas, welches ganz besonders schädlich ist im Hinblick auf den Klimawandel. Forscher haben ermittelt, dass eine Kuh täglich etwa 150 bis 250 l Methan ausstößt. Methan ist als Treibhausgas in der Atmosphäre 25-mal schädlicher als Kohlendioxid und macht daher einen wesentlichen Teil des menschengemachten Treibhauseffekts aus.

Das sind einfach mal Fakten, welche es zu akzeptieren gilt. Jetzt gibt es einige Organisationen, die genau diese Fakten für ihre ideologischen Zwecke nutzen – leider. Bedenklicherweise vergessen sie dabei meist auch Tatsachen, welche genau den Ideologieansätzen entgegenstehen.

Überlegt man nun logisch, ist klar, dass Kühe für einen fruchtbaren Boden mit zuständig sind. Sie fressen das Gras und halten es dabei kurz – die Pflanzen werden dadurch zu mehr Wachstum angeregt. Dadurch entsteht wiederum Humus. Die wichtigste Substanz, die Kohlenstoff im Boden dauerhaft bindet, ist Humus. Das bedeutet de facto: Wie viel Kohlenstoff ein Boden speichern kann, ist also von seinem Humusgehalt abhängig. Nehmen wir jetzt noch unser Grünland mit ins Boot, entsteht folgende Situation. Mit dem Grünland lässt sich ganz besonders viel Kohlenstoff speichern. Die Bilanz durch das Grünland ist die Bindung von 1,8 t CO2 pro Jahr und Hektar. Tatsächlich ist Grasland neben Feuchtgebieten und Mooren der größte Kohlenstoffspeicher, erst dann folgen Wälder und Ackerland.

So, nun sind unsere Landwirte ja durchaus persönlich mit ihrem landwirtschaftlichen Betrieb vom Klimawandel betroffen. Es entstehen finanzielle Nöte und häufig nicht erfüllbare Auflagen – meist politisch motiviert. Zusätzlich sehen sie sich einer gereizten Diskussion ausgesetzt, gefüllt mit Vorwürfen und massiven Schuldzuweisungen. Wie dabei die Stimmung der Betroffenen ist, ist sicher klar!

Was ich noch erwähnen möchte: Auf die gesamten Treibhausgasemissionen bezogen, machen die Rinder nur einen kleinen Bruchteil aus. Der heimische Ackerbau und die Viehzucht zusammengenommen sind für etwa sieben Prozent der Emissionen verantwortlich. Den stärksten Einfluss haben der Energiesektor, Industrieprozesse und der Flugverkehr.

Dies soll keine Entschuldigung sein, es handelt sich aber einfach nur um Fakten!

Christian Aigner,
Chefredakteur
Allgäuer Bauernblatt

 

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