Milch ist ungesund!

von | 4. Dezember 2019

… macht dick, ist verantwortlich für viele Krankheiten und generell ein Werk des Teufels. Obwohl es für diese Behauptungen keinerlei fundierte, wissenschaftliche Beweise gibt, ist seit einiger Zeit eine Hetzkampagne gegen die Milch im vollen Gange.

Insbesondere seit Anfang des Jahres nun tatsächlich kein gernigerer als ein Nobelpreisträger den vermeintlichen und längst überfälligen Beweis erbracht hat, war der Weg in sozialen Netzwerken endgültig bereitet, Kreuzigungen rechtens vollziehen und Scheiterhaufen errichten zu können, um den Teufel „Milch“ auszutreiben. Wer suchet, der findet!

Doch von vorn: Wissenschaftler sind auf die Spur von Erbgutelementen gekommen, die eine Ursache für erhöhtes Tumorrisiko sein könnten, welche auch noch ausgerechnet in Rindfleisch und Kuhmilch vorkommen, und sehen mögliche Gefahren durch eine bisher unbeachtete Klasse von Erregern. Als Bovine Meat and Milk Factors (BMMF) werden DNA-Bestandteile in Rindfleisch und Kuhmilch bezeichnet, die für die Entstehung von Krebs (insbesondere Darm- und Brustkrebs) verantwortlich sein könnten. Zu den Vertretern dieser These zählen die Mediziner Harald zur Hausen und Ethel-Michele de Villiers, beide tätig am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, aufgrund der Analyse von epidemiologischen Daten und der Untersuchung von Antikörpern im menschlichen Serum.

Laut Krebsforschungszentrum deute das weltweite Verteilungsmuster der Darm- und Brustkrebsraten auf einen Zusammenhang mit dem Konsum von Fleisch- und Milchprodukten hin. Die Sache ist klar: Im Subkontinent Indien, in dem der Verzehr heiliger Kühe ein Sakrileg darstellt, erkranken nur wenige Menschen an Krebs. In Ländern dagegen, wo das Laster des Milch- und Fleischkonsums keine Grenzen kennt, liegen Erkrankungsraten weitaus höher!

Doch etwas ist faul im Staate Deutschland: Wenn man Thesen und Antithesen detaillierter betrachtet, fallen die unschlüssigen Argumente schnell in sich zusammen. Was genau, lesen Sie auf der Homepage der Deutschen Molkerei Zeitung in der Rubrik: „Mythen rund um die Milch“.

Wie gesagt: Wer suchet, der findet – oder malt sich einfach etwas aus… getreu dem Motto: Fake News verbreiten sich doch eh besser als reale, fundierte Fakten!

Der Anspruch der Deutschen Molkerei Zeitung ist ein gänzlich anderer: Als älteste Zeitschrift der milchverarbeitenden Industrie ist es unsere Aufgabe, Fake News nicht einfach stehen zu lassen, sondern diese aufzuarbeiten. Und so wollen wir mit der Serie „Mythen rund um die Milch“ künftig weitere Aspekte beleuchten. Denn eines ist nicht erst seit gestern klar: Milch und Milchprodukte sind die wichtigsten Kalziumlieferanten, wirken sich positiv auf die Darmflora aus und haben eine schützende Wirkung bei einer Vielzahl von Krankheiten.

Teufel lauern allenfalls woanders.

Alexander Ströhlein
Redaktion
Deutsche Molkerei Zeitung
DairyInside

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