Marktbericht vom 21.04.2021

von | 21. April 2021

Die Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. berichtet:

​Die momentanen kühlen Temperaturen lassen auch die Milchanlieferung nicht wie erwartet ansteigen. Laut der Schnellberichterstattung der ZMB wurde 0,3 % weniger Milch als in der Vorwoche angeliefert. Ob es erfahrungsgemäß Mitte Mai zur Milchspitze kommt oder es plateaumäßig verlaufen wird, bleibt abzuwarten. Eine Kompensation der derzeitigen Defizite in der bundesweiten Gesamtanlieferung wird, den Meinungen aus der Milchwirtschaft zufolge, in diesem Jahr nicht mehr möglich sein. Die hohen Kosten für Futtermittel bremsen ebenfalls das Milchaufkommen. Für den flüssigen Rohstoff, hier Industriesahne, sind die Preise etwas zurückgegangen, Magermilchkonzentrat ist stabil. Mit Einsetzen wärmerer Temperaturen könnte jedoch der Bereich Frische noch zusätzlich für Impulse und somit auch für einen erhöhten Bedarf an Rohstoff sorgen.

Milchpulver und Süßmolkenpulver

Etwas ruhiger ist der Markt für Milchpulver in der zweiten Hälfte des Aprils. Dies hat unter anderem auch mit dem Ramadan in den islamischen Ländern zu tun. Zudem ist die USA, der Hauptkonkurrent für die europäischen Hersteller, mit vergleichbaren Preisen auf dem Weltmarkt tätig. Interesse der Kunden ist für das zweite Halbjahr vorhanden. Auch eine große Ausschreibung steht kurz vor dem Abschluss. Ob diese aus Europa gedient werden kann, ist wegen der sehr guten Auslastung der Werke fraglich. Zusätzliche Anfragen bei Magermilchpulver können kaum bedient werden. Es gibt auch hier niedrige Lagerbestände. Gefragt ist die Futtermittelqualität, welche auf eine geringe Verfügbarkeit trifft. Vollmilchpulver wird ruhig und stabil gehandelt. Molkenkonzentrat ist verbessert auf dem Markt anzutreffen, es fehlt aber an Trocknungskapazitäten. Belebt ist die Nachfrage bei Molkenpulver in Lebensmittelqualität, Futtermittelqualität wird bei stabilen Preisen stetig nachgefragt.

Butter

Die nachösterliche Delle hält aktuell noch etwas an. Abrufe aus dem Lebensmitteleinzelhandel sind noch überschaubar. Die gefüllten Regale scheinen sich aber langsam zu leeren. Das Orderverhalten der Discounter normalisiert sich wieder. Die Betriebe nutzen die Zeit, um Defizite in der Produktion auszugleichen. Angebot und Nachfrage stehen sich somit gerade ausgeglichen gegenüber. Auch im Bereich Blockbutter im 25 kg-Karton ist dies der Fall. Eine abwartende Haltung macht sich breit. Anfragen seien vorhanden, jedoch gehen die Preisvorstellungen etwas auseinander. Die Käufer rechnen damit, dass das Preisniveau nun etwas weiter sinken könnte, denn der bevorstehende Frühling könnte die Milcherzeugung stimulieren und mehr Rohstoff würde zur Verfügung stehen. Die Hersteller jedoch gehen von einem zusätzlichen Bedarf im Bereich Frische aus, was die Konkurrenz um den Rohstoff erhöht.

Emmentaler

Allgäuer Emmentaler wird normal abgerufen. Die Verkäufe sind momentan überschaubar. Die hohen Preise jenseits der 7 Euro-Marke sind aktuell nicht in der Statistik auffindbar. Auch bei Emmentaler und Viereckhartkäse ist es gerade etwas ruhiger. Die Umsätze im Bereich Export und Weiterverarbeiter nehmen gerade wieder an Fahrt auf.

Schnittkäse

Die Marktverhältnisse für Edamer und Gouda werden aktuell als stabil bezeichnet. Auch der Bereich Großverbraucher und Gastronomie kann den Umständen entsprechend mit guten Absätzen punkten. Besonders im Bereich Abholservice und Außer-Haus-Verkauf zeigen sich erfreuliche Umsätze auf. Sollte es in Richtung Ferienzeit zu einigen der erhofften Lockerungen kommen, rechnet man mit zusätzlichem Bedarf an Käse und somit auch an Rohstoff. Der Export nach Südeuropa liegt auf Grund der eingeschränkten Reisemöglichkeiten hinter den Erwartungen zurück.

 

Mit freundlicher Genehmigung der Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V.

Weitere Notierungen finden Sie unter: https://www.butterkaeseboerse.de/aktuelles.html

 

Beitrag teilen: |

Partner

Newsletter

Abonnieren Sie unsere Newsletter und bleiben Sie immer auf dem Laufenden, bei den Themen, die Sie interessieren!

Zur Anmeldung: