Marktbericht vom 18.11.2020

von | 18. November 2020

Die Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V. berichtet:

Die erste Hälfte des Lockdown-Light ist bald vorüber. Die Beratungen der Verantwortlichen dauern an, Empfehlungen werden ausgesprochen. Was dies für weitere Maßnahmen nach sich zieht, wird sich zeigen und trägt zur Unsicherheit bei den Marktteilnehmern bei. Der eine Bereich der Absatzschiene, der Lebensmitteleinzelhandel und Discount, profitiert mit steigenden Absätzen. Der andere Teil im Großhandelsbereich, die Gastronomie: Hier gehen die Verkäufe zurück. Allerdings nicht so stark wie im Frühjahr, da die Gastronomen Einfallsreichtum an den Tag legen. Es wird auch von Kontraktverschiebungen in einzelnen Bereichen berichtet. Eine Planbarkeit in die weitere Zukunft ist nicht gegeben, auch wenn Kunden versuchen, Abschlüsse für das ganze Jahr 2021 zu bekommen. Im Gegensatz zur ersten Lockdown-Phase aus dem Frühjahr hat man zusätzlich an Erfahrung gewonnen und kann somit auf die jeweilige Situation besser reagieren. Die Milchanlieferung an die Molkereien hat in der Berichtswoche auch weitestgehend in ganz Deutschland das saisonale Tief durchschritten. Die Preise für flüssigen Rohstoff wie Magermilchkonzentrat sind stabil. Industriesahne hat sich befestigt.

Milchpulver und Süßmolkenpulver

Der Markt für Milchpulver hat sich belebt. Nach den ruhigeren Phasen in der Vergangenheit fragen die Kunden wieder verstärkt nach Ware an. Dies gilt auch bei Vollmilchpulver in Lebensmittelqualität auf dem deutschen und mittlerweile auch dem europäischen Markt. Hier scheint sich das Preisniveau anzupassen. Magermilchpulver in Lebensmittelqualität erfreut sich international wieder an einer Zunahme des Kaufinteresses. Die Werke sind nach wie vor gut ausgelastet und Ware fließt kontinuierlich ab. Die Ergebnisse einer größeren Exportausschreibung werden demnächst bekannt. Aus welchen Kanälen der Welt dann Ware dorthin geliefert wird, wird sich zeigen. Interessant ist auch die Entwicklung der Absätze, die durch das neue Freihandelsabkommen in Asien entstehen werden. Neuseeland und Australien sind dort mit beteiligt und waren schon Lieferanten in diese Länder mit einer guten wirtschaftlichen Entwicklung. Magermilchpulver in Futtermittelqualität wird wieder besser gehandelt. Dies zeigt sich auch in der Anhebung der Notierung im unteren und oberen Bereich um 10 €/t. Die Nachfrage von Süßmolkenpulver Lebensmittelqualität hat sich belebt. Momentan ist Molkenkonzentrat etwas weniger verfügbar. Süßmolkenpulver in Futtermittelqualität hat sich befestigt.

Butter

Die Bestellungen von abgepackter Butter im Bereich des Lebensmitteleinzelhandels und des Discounts steigen laut den Marktteilnehmern stärker an. Dies dürfte mit der beginnenden Weihnachtsbäckerei zum einen zu tun haben, zum anderen auch die Auswirkungen des Lockdown-Light. Wie und mit wem das Weihnachtsfest gefeiert werden kann, ist auch aus heutiger Sicht nicht abschätzbar. Man versucht das Ganze positiv zu sehen. Mit etwas Sorge blicken die Produzenten auf die steigenden Mengen für die kommenden Wochen, ob genügend Rohstoff vorhanden ist. Beruhigt hat sich die Nachfrage bei frischer Blockbutter. Die Einkäufer des Foodservice und Großhandels agieren vorsichtig mit den Bestellungen, teilweise versuchen sie, Kontrakte in den Lieferterminen nach hinten zu schieben. Die genaue Entwicklung wird sich in den nächsten Wochen zeigen.

Emmentaler

Der Allgäuer Emmentaler erfreut sich steigender Absätze. Preislich hat er sich, gesehen an der heutigen Notierung, stabilisiert. Das Gleiche gilt auch für Emmentaler und Viereckhartkäse ab 2 kg an den Großhandel. Es gehen vermehrt Mengen in den Bereich des Lebensmitteleinzelhandels und den Discount. Die Bestände in den Reifelägern sind nicht übermäßig hoch.

Schnittkäse

Der Schnittkäsemarkt erfreut sich einer insgesamt guten Nachfrage. Lieferungen an den Lebensmitteleinzelhandel und den Discount haben zugenommen, aber nicht in dem Maße wie in den Zeiten des Lockdowns im Frühjahr. Die Industrie ordert nach wie vor gut. Der Bereich Food-Service leidet unter den Folgen der Beschränkungen, aber nicht so stark wie in der Vergangenheit. Schnittkäse in Blockware wird verstärkt nachgefragt. Die Krankenhäuser fahren Normalbetrieb, ebenso die Kantinen und Schulen. Daher stellt sich der Rückgang nicht so ausgeprägt dar. Im europäischen Ausland kann gut verkauft werden, ebenso in Drittländer. Preisdiskussionen nehmen wieder zu.

 

Mit freundlicher Genehmigung der Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V.

Weitere Notierungen finden Sie unter: https://www.butterkaeseboerse.de/aktuelles.html

 

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