Fahrplan für Top-Grünland

4. März 2019

Dort, wo sich im Moment auf den schneefreien Flächen das Grünland zeigt, lässt sich erahnen, wie die Grünlandpflege in diesem Frühjahr angesetzt werden muss. Beachten Sie folgende Punkte und ein gesundes, leistungsfähiges, wiederkäuergerechtes Grundfutter aus Grünland ist garantiert.

So soll es sein: Ein junger, vitaler Grünlandbestand verspricht eine erfolgreiche Weidesaison. © pixabay.com

Problematisch sind beispielsweise kahle, abgefrorene Stellen sowie Gräser, die zu groß entwickelt in den Winter gingen und durch Schneeschimmel massiv geschädigt wurden. Hier setzen Grünlandmanagement und -pflege an.

Auswertung der Bodenuntersuchung inkl. freiem Kalk, Magnesium und Natrium
Hier kommt es häufig zu Fehleinschätzungen, denn nicht die Kali-Werte im Gras sind zu hoch, sondern das Verhältnis von Kali zu Natrium ist nicht mehr richtig und die Werte haben eine zu große Differenz. Mit der Bodenuntersuchung auf diese Nährstoffe wird die Grundlage für wiederkäuergerechtes Grundfutter geschaffen. Eine ausgleichende Düngung fördert die N-Verwertung aller organischen Dünger und bildet die Voraussetzung für einen leistungsfähigen Grünlandbestand.

Grünlandpflege mit Striegel oder Schleppe:
Das Beseitigen von abgestorbenen Pflanzenteilen, die Bekämpfung von Mäusen und Maulwürfen sowie das Einebnen von Schwarzwildschäden sind hier im Fokus. Durch das Abstriegeln kranker und abgestorbener Pflanzenteile wird die Assimilationsfläche, besonders von den stark entwickelten, blattreichen Gräsern, gefördert. Außerdem wird, bei vorheriger Ausbringung von Wirtschaftsdünger, organisches Material von den Pflanzen enfernt, welches ansonsten im Bestand hochwachsen und dadurch die Grassilage stark vermutzen würde. Organische Düngerreste sind in Bodennähe auszubringen, bestenfalls geschlitzt, um den jungen Pflanzenwurzeln die Nährstoffe so nah wie möglich zur Verfügung zu stellen. Ein frühes „Pflegen“ der Narbe regt zudem zur Bestockung an, da der Bestand belüftet wird.

Optimaler Termin für eine Nachsaat bestimmen:
Für die bestmöglichen Startbedingungen einer Nachsaat spielt der optimale Termin eine wichtige Rolle. Die vier wichtigsten Wachstumsfaktoren Wasser, Bodentemperatur, Nährstoffversorgung und Konkurrenz durch die Altnarbe sollten für eine Etablierung des jungen Keimlings so optimal wie möglich sein. Wenn eine vorgeschaltete mechanische Behandlung z.B. gegen die Gemeine Rispe erforderlich ist, liegt der optimale Termin nicht immer am Vegetationsbeginn oder vor dem 1. Schnitt.

Typische Schäden durch Mäuse – hier sind Maßnahmen angesagt.

Bei Schwarzwild-, Mäuse- und Maulwurfschäden, Auswinterung und Schneeschimmelbefall ist ein früher Termin zu empfehlen. So drängt man mit geschlossener Narbe Unkraut zurück und vermindert die Futterverschmutzung durch zu viele unbewachsene Stellen.
Ist das Grünland durch ausgleichende Düngungsmaßnahmen vorbereitet, kann mit der Nachsaat geplant werden. Besonders wichtig ist im Nachgang zu kontrollieren, ob das Saatgut wirklich Bodenschluss hat. Ein langsamer, separater Walzschritt kann das Auflaufen des Saatgutes sichern. Mischungen mit einem hohen Anteil an Deutschem Weidelgras und etwas Weißklee sind zu empfehlen.

Kontrolle:
Um den Erfolge der Maßnahmen beurteilen zu können, empfehlen wir, eine gepflegte Wiese und eine Standardwiese miteinander zu vergleichen. Mit dieser Kontrolle kann man die Entwicklung des Grünlands verfolgen. Unterstützend sind hier beispielsweise sogenannte Futterwertrechner. Mit den eigenen Beträgen (z.B. vom Verkauf oder Zukauf eigener Futtermittel wie Weizen, Triticale oder Sojaschrot) kann man den Wert in Euro der Grassilage berechnen. So wird die Veränderung veranschaulicht und es wird der Erfolg der Maßnahme dargestellt. Dies ist auch zunehmend ein Thema der Stoffstrom-Bilanz in der neuen Düngeverordnung. Je weniger Eiweißfuttermittel man zukaufen muss, umso geringer sind die Phosphatfrachten, die dem Betrieb zugeführt werden.

© Hans Koch

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