Hof

Der Hoflader passt durch jede Tür

17. Januar 2019

Aufgrund ihrer Abmessungen kommen Hoflader in jede Ecke des landwirtschaftlichen Betriebes und selbst normale Türen sind kein Hindernis. Weitere Besonderheiten dieser Kompaktlader und was beim Einsatz zu beachten ist, erfahren Sie in folgenden Ausführungen

Mit Elektroantrieb ist der e-Hoftrac von Weidemann besonders für schlecht zu belüftende Ställe oder Hofgebäude geeignet. Für niedrige Durchfahrten kann das Fahrerschutzdach hydraulisch abgesenkt werden. © Martin Vaupel

Obwohl die landwirtschaftlichen Betriebe immer größer werden und bei Stallneubauten großzügig geplant wird, fällt für einen kleinen Hoflader auf jedem Betrieb genügend Arbeit an. Das Ausmisten in beengten Altgebäuden, die Futtervorlage für kleinere Rindviehgruppen oder der Einsatz bei der Hofpflege. Die quirligen Hoflader sollen einem vor allem lästige und kraftzehrende Handarbeit abnehmen und die tägliche Arbeit deutlich erleichtern.

Unterstützt wird dies durch die Hersteller, die ein vielfältiges Angebot von Anbaubaugeräten von der normalen Schaufel und Mistgabel über Stroh- und Futterverteiler, Wildkrautbürsten, Schneeschieber bis hin zum Erdbohrer anbieten. Die kleinen Hoflader sind nicht für den großen Massenumschlag geeignet. Ein Blick auf die technischen Daten macht dies deutlich. Das Betriebsgewicht beginnt bei 1100 kg und die Hubkräfte können je nach Maschine zwischen 1.100 und 2.000 kg betragen. Auch das Beladen von hohen Anhängern ist sicherlich nicht die Königsdisziplin der kleinen Racker. Je nach Hersteller und Maschinengröße liegt die Überladehöhe bei waagerechter Schaufel bei ca. 2,50 m.

Teleskopradlader können mehr

Wer in dieser Hofladerklasse höher kommen muss, für den bietet sich ein Teleskopradlader an. Diese gibt es mittlerweile in ebenso kompakten Abmessungen und durch den teleskopierbaren Hubarm kann etwas höher gehoben werden als mit der Standardschwinge. Man sollte jedoch nicht zu viel erwarten, denn aufgrund der geringen Rad- und Achsabstände ist das Hubgewicht begrenzt.

Knick- oder Allradlenkung

Die meisten Hoflader haben eine Knicklenkung. Dadurch folgt der Hinterwagen genau dem Vorderwagen und ein Anecken in Kurven ist kaum möglich, denn wo der Vorderwagen mit Ladeschwinge durchkommt, da kommt der Hinterwagen ohne Probleme hinterher. Eine weitere Besonderheit der knickgelenkten Radlader ist die gute Rangierfähigkeit, wenn es z.B. darum geht, eine Palette aufzunehmen. Durch kleine Lenkbewegungen kann die Position der Gabelzinken wunderbar korrigiert werden. Und auch beim Ballen stapeln oder Schüttgut verladen lässt sich mit der Lenkung seitlich immer einiges verschieben.Größter Nachteil des knickgelenkten Hofladers ist die Standfestigkeit bei starkem Lenkeinschlag. Die Kipplast der geknickten Maschine ist wesentlich geringer als bei Geradeausfahrt. Damit es nicht zum Umfallen der Maschine kommt, dürfen die vorgeschriebenen Lasten des Herstellers nicht überschritten werden.

Die größte Wendigkeit bieten Kompaktlader mit Allradlenkung. Die umgangssprachlich unter „bobcat“ bekannten Lader können dank ihrer „Panzerlenkung“ auf der Stelle drehen. Die Sicht auf die Arbeitswerkzeuge ist prima, da sich die Arme der Schwinge seitlich am Fahrzeug befinden und der Fahrer direkt hinter dem Arbeitswerkzeug sitzt. Kompaktlader werden gerne in sehr beengten Verhältnissen, wie z.B. zum Ausmisten von Pferdeboxen, eingesetzt. Aufgrund ihrer sehr kompakten Bauweise sind die Kipplasten bei ausgehobener Schwinge unbedingt zu berücksichtigen.

Wendigkeit ist Trumpf. Durch die „Panzerlenkung“ kann der Kompaktlader auf der Stelle drehen und ist besonders in beengten Verhältnissen kaum schlagbar. © Martin Vaupel

Kleiner als die kleinste Tür auf dem Hof

Bei der Auswahl der richtigen Maschinengröße ist von den betrieblichen Gegebenheiten auszugehen. Je größer der Hoflader gewählt werden kann, umso mehr Leistung hat dieser, er kann in der Regel höher heben und ist bedingt durch größere Abmessungen standsicherer. Entscheidend ist aber die Frage, wo der Lader durchpassen muss. An der kleinsten Tür orientiert sich somit die Größe des Laders. Die Hersteller bieten Hoflader ab einer Breite von 85 cm an. Damit kommt man praktisch durch jede Wohnzimmertür.

Problematisch ist die Höhe der Maschinen. Nach der europäischen Maschinenrichtlinie reicht seit 2009 ein Umsturzbügel für die Fahrersicherheit nicht mehr aus. Der Fahrer muss auch vor herabfallenden Gegenständen, zum Beispiel Strohballen, geschützt werden. Daher haben die Hoflader heute alle ein fest montiertes Fahrerschutzdach, das natürlich die Höhe beeinträchtigt. Mit Dach weisen die kleinen Hoflader eine Höhe von gut 2 m auf. Um dennoch durch niedrigere Türöffnungen zu gelangen, bieten die  Hersteller unterschiedliche Lösungen an. Bei der Firma Weidemann kann man bspw. mit dem Easy protection System (eps) das Fahrerschutzdach mit wenigen Handgriffen abklappen. In der Plus-Ausführung wird das Fahrerschutzdach hydraulisch abgesenkt. Dies kann der Fahrer vom Sitz aus bedienen, allerdings muss er sich für die Fahrt mit abgesenktem Dach vorbücken. Diese Lösung ist sicherlich nur für kurze Fahrten in niedrigen Gebäuden empfehlenswert und nicht sehr komfortabel. Die Firma Schäffer bietet für diese Einsätze die SLT-Modelle an. Gegenüber den Standardmodellen ist der Achsenabstand etwas größer, sodass der Fahrersitz und damit auch das Fahrerschutzdach niedriger konstruiert werden konnten. Schäffer kommt ohne jegliche Umbaumaßnahmen unter 2 m Höhe und der Fahrer kann in der normalen Position auf dem Hoflader sitzen. Bedingt durch die Bauart sind allradgelenkte „bobcats“ in puncto Bauhöhe kaum schlagbar und die kleinsten Modelle liegen sogar unter 1,80 m. Bei den Hofladern sind in dieser Größenklasse feste Fahrerkabinen eher die Ausnahme. Einige Hersteller bieten diese optional an, aber die Kabinen vergrößern meistens die Abmessungen des Fahrzeugs und daher sind eher die größeren Hof- oder Radlader damit ausgestattet.

Dieser Knicklader durchfährt dank der hydraulisch teleskopierbaren Vorderachse schmalste Futtergänge und ist bei Bedarf binnen Sekunden breiterund damit extrem kippsicher. Werkfoto

Leise und emmissionsfrei

Kleine Hoflader sind mit Dieselmotoren ab 20 PS ausgerüstet. Die Aggregate laufen unproblematisch und da sich die Dieseltankstelle auf dem Hof befindet, werden sie bevorzugt eingesetzt. Jedoch ist die Arbeit in schlecht zu belüftenden Ställen oder Hofgebäuden
mit den dieselbetriebenen Hofladern für Mensch und Tier nicht sehr angenehm und auf Dauer auch gesundheitsschädlich. Vor diesem Hintergrund bietet Weidemann mittlerweile serienreif den e-Hoftrac mit Elektroantrieb an. Diese Maschinen arbeiten angenehm leise. Weidemann baut zwei getrennte Elektromotoren in die Lader ein, die den Fahrantrieb und den Antrieb der Arbeitshydraulik versorgen. Für die Blei-Säure-Batterie ist lediglich ein Stromanschluss mit 400 Volt erforderlich. Elektroantriebe sind nichts Neues und bewähren sich im täglichen Einsatz. Beispielsweise Gabelstapler in vielen Branchen. Um eine möglichst lange Lebensdauer der Batterien zu erreichen, sollten diese regelmäßig entladen und wieder geladen werden. Da der Hoflader meistens täglich im Einsatz ist, dürfte diese Vorgabe zu erfüllen sein. Für den Anwender ist die Servicefreundlichkeit einer Maschine ein wichtiges Kriterium. Obwohl die Abmessungen der Lader sehr kompakt sind, sollten die gängigen Servicepunkte wie Tank- und Öleinfüllstutzen, Ölpeilstab, Ölfilter, Batterie, etc. gut zugänglich sein.

Autor: Martin Vaupel

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