Reinigung mit Hochdruckreiniger

14. Juli 2021

Moderne Hochdruckreiniger sind sehr effektive Reinigungsmaschinen, die mit einem Druck von bis zu 250 bar und einer Wasserfördermenge bis zu etwa 2.500 l arbeiten. Bedienungsfehler können allerdings dazu führen, dass Oberflächen unter Umständen beschädigt werden. Vom Kauf über die Erstinbetriebnahme und den konkreten Einsatz bis zur Pflege sollten Anwender sich daher das nötige Know-how aneignen.

Kaltwasserhochdruckreiniger kommen zum Einsatz, wenn Verschmutzungen schnell gelöst werden sollen. Foto: Alfred Kärcher SE & Co. KG

Wer einen Hochdruckreiniger anschafft, hat die Wahl zwischen verschiedenen Leistungsklassen sowie Kalt- und Heißwassergeräten. Wesentlich für das Verständnis von Hochdrucktechnik ist der Sinner’sche Kreis: Durch die Kombination aus Mechanik, Temperatur, Chemie und Zeit wird eine gewisse Reinigungsleistung erzielt. Je nach Schmutzart, Untergrund und Flächengröße lässt sich eine ideale Verbindung dieser vier Parameter definieren, die schnell und effizient zum gewünschten Ergebnis führt.

Große Mengen hartnäckiger Verschmutzung brauchen beispielsweise ein Gerät mit hohem Druck und hoher Wasserfördermenge, da viel Schmutz gelöst und abtransportiert werden muss. Öle, Fette und Eiweiß wiederum lassen sich durch heißes Wasser schneller und effektiver beseitigen. Setzt man dafür ein Kaltwassergerät ein, werden mehr Druck und mehr Zeit benötigt – gegebenenfalls wird das angestrebte Resultat nur durch Einsatz von Chemie, also einem Reinigungsmittel, zu erzielen sein. Ist man sich dieser Zusammenhänge bewusst, lassen sich mit dem richtigen Gerät und den passenden Einstellungen unnötige Risiken vermeiden. So ist es nicht sinnvoll, empfindliche Oberflächen wie Verschmutzungen auf Sandsteinflächen mit viel Druck zu reinigen – in diesem Fall kann es zu unbeabsichtigten Veränderungen der Oberflächenstruktur kommen. Werden bei der Fahrzeugreinigung Druck und Temperatur zu hoch gewählt, können Kunststoffe und Gummidichtungen beschädigt werden. Auch die Wahl des Zubehörs spielt eine Rolle. So bringen Punktstrahldüsen deutlich mehr Druck auf eine kleine Fläche als Flachstrahldüsen, die für empfindliche Materialien besser geeignet sind.

Erstinbetriebnahme

Ist der Hochdruckreiniger angeschafft, sollte vor dem ersten Arbeiten geprüft werden, welche Schritte laut Betriebsanleitung zur Erstinbetriebnahme gehören. Die Hochdruckpumpe ist ein zentrales Element der Geräte. Damit sie ordnungsgemäß läuft, ist zum einen darauf zu achten, dass die Position des Hochdruckreinigers den Herstellerangaben entspricht (stehend, liegend oder beides). Ansonsten kann die Pumpe, deren Komponenten durch ein Ölbad geschmiert werden, trocken laufen. Zum anderen haben viele Geräte auf dem Einfüllstutzen für das Öl eine Vorrichtung zur Be- und Entlüftung, die bei Erstinbetriebnahme geöffnet werden muss (zum Beispiel durch Abschneiden eines Nippels).

Bei Heißwassergeräten sollte bei jeder Inbetriebnahme die Drehrichtung des Elektromotors überprüft werden. Sollte er die falsche Drehrichtung haben, so läuft die Kraftstoffpumpe trocken und es wird kein Kraftstoff angesaugt. Würde dieser Umstand nicht behoben, so könnte die Pumpe Schaden nehmen. Um dies zu vermeiden, verfügen die Geräte mancher Hersteller über eine automatische Drehrichtungsüberwachung mit Abschaltungsfunktion. Wird der Fehler angezeigt, lässt sich bei einigen Modellen mit einem Polwendestecker die Drehrichtung des Elektromotors beinahe werkzeuglos korrigieren.

Mit Hochdruck reinigen

Vor dem Anschließen sollte der Wasserzulaufschlauch einmal am Wasserhahn durchgespült werden, um etwa verbliebene Schmutzpartikel vom letzten Einsatz zu entfernen. Ist der Hochdruckschlauch samt Zubehör ebenfalls angeschlossen, empfiehlt es sich, das System ohne Hochdruckdüse zu spülen, um die vorhandene Luft sowie Schmutzpartikel zu entfernen. Damit ist ein gleichmäßiger Hochdruckstrahl sichergestellt, es kommt nicht zu einem Pulsieren.

Der Anwender muss vor Arbeitsbeginn seine Persönliche Schutzausrüstung (PSA) anlegen. Generell sind Schutzanzug, Handschuhe, Stiefel, Schutzbrille und Gehörschutz empfohlen. Auch bestimmte Anwendungsgebiete bergen zusätzliche Risiken, die bedacht werden müssen. So ist in der Stallreinigung in der Landwirtschaft, bei der wegen der Fäkalien besonders viele Keime verwirbelt werden, zusätzlich auf Ganzkörperschutzanzüge, Luftfiltermasken und hohe geschlossene Stiefel zurückzugreifen.

Egal, ob eine Düse gewechselt werden soll oder das Gerät außer Betrieb genommen wird nach Beendigung des Einsatzes: Nach Abschalten des Hochdruckreinigers muss der Druck abgelassen werden, indem man die nach unten gehaltene Pistole nochmals betätigt. Ansonsten kann im System Druck bestehen bleiben, der sich bei Arbeiten am Gerät oder beim nächsten Einsatz unerwartet lösen kann und ein Verletzungsrisiko birgt.

Pflege des Geräts

Um von einer hohen Lebensdauer zu profitieren und Gefahren durch Defekte am Gerät zu vermeiden, empfiehlt sich eine regelmäßige Kontrolle des Hochdruckreinigers. Vor jedem Einsatz sollte überprüft werden, ob der Hochdruckschlauch sich verformt hat oder Beschädigungen aufweist, Verschraubungen korrodieren oder das Strahlrohr verbogen ist. In diesem Fall sollten defekte Teile ersetzt werden.

Damit keine Schäden durch zu hartes oder zu weiches Wasser verursacht werden, verfügen viele Heißwasserhochdruckreiniger über ein System, das je nach Härtegrad des Wassers ein Systempflegemittel zudosiert. Stark kalkhaltiges Wasser kann zu Ablagerungen in der Heizschlange des Brenners führen. Daraus kann resultieren, dass die gewünschte Wassertemperatur nicht mehr erreicht wird, die Abgastemperatur nach oben geht und das Gerät sich abschaltet. Zu mineralarmes Wasser, das im Brenner steht, kann Korrosionsschäden an der Heizschlange verursachen.

Auch ein pfleglicher Umgang mit dem Gerät ersetzt selbstverständlich nicht einen regelmäßigen Kundendienst gemäß Wartungsplan des Herstellers. Werden aber sämtliche Maßnahmen rund um das Thema Sicherheit und Pflege konsequent beachtet, so sind Hochdruckreiniger langlebige, zuverlässige Begleiter im Arbeitsalltag.

pm

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