Mehr Mineralstoffe für Kühe bei Hitze

1. Mai 2019

Für Kühe bedeuten hohe Sommertemperaturen Stress. Die Futteraufnahme geht ebenso wie die Milchleistung zurück. Häufig kommen Stoffwechselprobleme hinzu. Mit verschiedenen Maßnahmen lässt sich die Situation für die Kühe erträglicher machen.

Sommer, Sonne, Badevergnügen – für viele Menschen ist der Sommer die schönste Jahreszeit. Für die Kühe allerdings bedeutet Sommer an vielen Tagen Stress – Hitzestress. Weidegänge sollten in dieser Zeit besser auf den Abend verlegt werden. © Brammert-Schröder

Da die Kühe mehr schwitzen, benötigen sie mehr Mineralstoffe. Das gelingt, wenn die Mineralstoffgabe auf 120 % des Bedarfs erhöht wird. Zink, Selen und Mangan haben einen positiven Einfluss auf die Eutergesundheit, auch die ausreichende Versorgung mit Vitamin E ist bei hohen Zellzahlen wichtig. Zink und Kupfer wirken zudem positiv auf das Immunsystem.

Futteraufnahme so hoch wie möglich halten

Ziel muss es an heißen Tagen sein, die Futteraufnahme so hoch wie möglich zu halten. Damit sich die Ration auf dem Futtertisch nicht erwärmt, sollte das Futter in dieser Zeit lieber zweimal täglich gemischt und vorgelegt werden. Eine Nacherwärmung kann durch Säurezusätze unterbunden werden. In den kühleren Abend- und Nachtstunden fressen die Kühe unter Umständen mehr als tagsüber, deshalb sollte bei einmaliger Futtervorlage pro Tag die Mischration in den späten Nachmittagsstunden oder am Abend gefüttert werden. Eine gute Hygiene am Futtertisch ist in der heißen Jahreszeit besonders wichtig.

Hitzestress mit Folgen

Der Weidegang ist an heißen Tagen besser auf die kühleren Abend- oder Nachtstunden zu verlegen. In den letzten drei Wochen der Trockenstehzeit sind die Folgen von Hitzestress für Kuh und Kalb am größten. Eine schlechte Futteraufnahme und daraus resultierend ein Protein- und Energiemangel in den letzten drei Trächtigkeitswochen wirkt sich nicht nur negativ auf die Geburtsgewichte der Kälber aus, sondern auch auf deren Darmentwicklung. Die Darmwandqualität beim Kalb ist wichtig für eine gute Aufnahme der Immunglobuline und Nährstoffe direkt nach der Geburt. Kälber mit guter Darmwandqualität sind weniger anfällig für Durchfallerkrankungen und wachsen schneller.

Ein Proteinmangel lässt sich vermeiden, indem der Proteingehalt der Trockensteherration bei Hitze um einen Prozentpunkt erhöht wird. Die Kühe, die in den letzten drei Wochen vor der Geburt Hitzestress ausgesetzt waren, zeigen nach der Geburt vermehrt Stoffwechselprobleme und kommen schlechter in Milch.

Imke Brammert-Schröder

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