Fliegen – nicht nur lästig, sondern auch gefährlich!

17. Januar 2019

Fliegen sind nicht nur lästig, sie können in der sommerlichen Hitze für Tier – und Mensch – zur regelrechten Plage werden. Fliegen  beeinträchtigen jedoch nicht nur das Wohlbefinden, sondern reduzieren Milch- und Mastleistungen und übertragen Keime und Krankheiten.

Kein Grund für Schonung: Fliegen sind lästig und verbreiten zudem Krankheiten. © Werkfoto

Massenhaftes Auftreten von Fliegen in den Sommermonaten zeigt aber eigentlich nur versäumte Bekämpfung im Frühjahr deutlich auf. Zu dieser Zeit hätte man am effektivsten in die enorme Vermehrungsrate der Fliegen eingreifen können.

Bis zu zwölf Generationen

Fliegenweibchen sind enorm fruchtbar, sie legen innerhalb kürzester Zeit bis zu 1.000 Eier auf Mist, Schwimmdecken und Futterresten ab. In zwei bis drei Wochen entwickeln sich aus den Eiern, Larven und Puppen wieder sofort geschlechtsreife Fliegen. So schaffen es Fliegen auf bis zu zwölf Generationen im Sommer und aus zwei Fliegen des Frühjahrs haben sich bis zum September weit über 100.000.000 Fliegen entwickelt. Man geht davon aus, dass von der gesamten Fliegenpopulation (Ei-Larve-Puppe-Fliege) die fliegenden Exemplare nur ca. 15 % ausmachen, die restlichen 85 % befinden sich als Entwicklungsstadien auf Mist und Güllelagern, Abwasserschächten, verderbenden Futter-,Tränke-, Silageresten, usw.

Die Bekämpfung im zeitigen Frühjahr muss natürlich auch stark auf diese verborgenen 85 % abzielen und sollte gemäß der Entwicklungsbiologie nach etwa zwei Wochen wiederholt werden. Jetzt im Hochsommer ergeben diese Maßnahmen zwar ebenfalls noch Sinn, man rennt einer effektiven Bekämpfung aber nurmehr hinterher.

Fliegen lecken, stechen und saugen

Im Stall werden unsere Haustiere hauptsächlich durch die bekannten Stall- und Stubenfliegen belästigt.
Daneben gibt es im Stall auch eventuell noch den Wadenstecher. Auf der Weide gesellen sich nun zu diesen bekannten Arten die ebenfalls nur leckenden Augen- und Euterfliegen, weiters aber auch die wirklich schmerzhaft attackierenden Stechfliegen und Bremsen dazu. Die Beunruhigung der Tiere ist massiv, sie sind dauernd mit der Abwehr beschäftigt bzw. oft tatsächlich auf der Flucht vor den Lästlingen.

Schlammfliegen oder auch Mistbiene

Eine Besonderheit sind die Schlammfliegen, manchmal auch als „Mistbiene“ bezeichnet. Deren Larven („Rattenschwanzlarven“) verlassen zur Verpuppung ihre Brutstätten und krabbeln dabei auch manchmal in Melkstände oder sogar Häuser und wirken nicht nur ekelig, sondern können auch Keime verschleppen. Bei ihren leckenden, stechenden, saugenden Attacken können Fliegen mit ihren Beinen, Mundwerkzeugen, Speichel und Kot eine Vielzahl von Krankheitserregern von Tier zu Tier, aber auch zum Menschen übertragen. Eine kleine Auswahl von Krankheiten finden Sie in nachstehender Tabelle.

Fliegen können diverse Krankheiten übertragen. Deswegen sollte alles dafür getan werden, die Fliegenpopulation so klein wie möglich zu halten. © pixabay.com

Checkliste Fliegenbekämpfung

  • Erstbekämpfung im Frühjahr gegen alle Stadien mit allen Möglichkeiten des Bekämpfungsansatzes
  • Ställe gründlich sauber und trocken halten, alte Ställe weißeln
  • Mistreste in Ecken und Hohlräumen nicht übersehen
  • Kälberboxen/-ställe regelmäßig (wöchentlich) reinigen, Abkalbeboxen sauber halten
  • Futterreste regelmäßig entfernen, Futtervorlagen (bes. Silage) evtl. abdecken
  • Bereiche mit Milchresten (Tränke, Anrühren) ganz besonders sauber halten
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