Stickstoff-Gabe im Frühjahr – besser früh als spät

16. Januar 2024

Mit einer frühen Nitratdüngung können Sie Ihre Pflanzen optimal in der Entwicklung unterstützen. Angesichts der jetzigen Bedingungen ist dies besonders im nächsten Frühjahr wichtig.

Foto: pixabay

Bisher waren die Herbst- und Wintermonate von vielen Niederschlägen geprägt. Dadurch sind wichtige Pflanzennährstoffe aus dem Wurzelbereich heraus in tiefere Bodenschichten verlagert worden. Nässe, Bodenverdichtungen und kühle Bodentemperaturen erschweren zusätzlich die Wurzelentwicklung der Pflanzen. Aus diesem Grund sind sie kaum noch in der Lage, die tiefer im Boden gelegenen Nährstoffe aus eigener Kraft zu erreichen.

Abhilfe schafft eine frühe Stickstoff-Gabe

Für eine rasche Regeneration und eine zügige Bestandsetablierung brauchen die Pflanzen im Frühjahr zeitig Stickstoff. Er ist der Motor des Pflanzenwachstums. Denn bereits früh im Jahr werden wichtige Ertragskomponenten angelegt. Wird hier Zeit „verschlafen“ kann dies später nicht mehr korrigiert werden. Die Regeneration der Bestände und das in Gang bringen des Wachstums gelingt am besten mit Nitratstickstoff, da es schneller wirkt als andere Nährstoff-Formen. Es wird mit dem Massenfluss zur Pflanzenwurzel verlagert und dort rasch und ohne Energieaufwand aufgenommen. Hierzu wird lediglich die Verdunstung auf den Blättern benötigt.

Späte Saattermine gepaart mit kühlen und nassen Bedingungen schränkten die Vorwinterentwicklung vieler Bestände ein. Um verlorene Zeit im Frühjahr wieder aufzuholen, muss mit der ersten Stickstoffgabe gezielt die Bestockung der Getreidebestände angeregt werden. Allerdings kann die Bestockung im Wintergetreide nur bis zu dem Übergang vom Kurztag in den Langtag beeinflusst werden. Das ist in Mitteleuropa bereits ab Mitte/ Ende März der Fall. Wenn dann die Flächen im Frühjahr erst spät befahrbar sind, wird klar, warum schnell verfügbarer Nitratstickstoff für die erste Gabe unerlässlich ist.

Werden die Pflanzen rechtzeitig mit Nitratstickstoff versorgt, werden sie dazu angeregt, Wachstumshormone zu produzieren – die sogenannten Cytokinine. Sie werden auch als das Jugendhormon der Zellen bezeichnet. Sie sorgen für eine vermehrte Zellteilung und im zeitigen Frühjahr daher für eine verstärkte Bestockungsleitung der Bestände. Die kurze Zeit zwischen Andüngung und Schossbeginn wird so bestmöglich zur Anlage der wichtigen Ertragskomponenten genutzt.

Keine Angst vor Spätfrösten

Oftmals wird aus Furcht vor Spät- oder Wechselfrösten eine frühe Stickstoffgabe vermieden. Dabei ist dies eigentlich unnötig und kostet nur wertvolle Vegetationszeit im Frühjahr. Denn bei der Nitrataufnahme wird ebenfalls Kalium aufgenommen, da die Pflanzen stets bestrebt sind, eine ausgeglichene Kationen-Anionen-Bilanz zu haben. Nitrat ist ein Anion und fördert dadurch die Aufnahme von Kalium, das ein Kation ist.

Kalium entzieht den Zellen Wasser, wodurch der Anteil an osmotisch wirksamen Substanzen höher wird – Sprich: Kalium wirkt in Pflanzenzellen als „Frostschutzmittel“. Deshalb sollten Sie bei zu erwartenden niedrigen Nmin-Werten in den oberen Bodenschichten und bei schwachen Beständen nicht zu lange mit der Stickstoffdüngung warten.

Übrigens: Geringe Nmin-Werte bedeuten meist auch geringe Smin-Werte. Dies sollten Sie ebenfalls im Blick behalten, da nur mit der passenden Schwefelmenge der gedüngte Stickstoff optimal von den Pflanzen aufgenommen werden kann.

Nitrathaltige Dünger sind preislich attraktiv

International haben die Preise für stickstoffhaltige Düngemittel in den letzten Wochen leicht nachgegeben. Dies trifft auch für nitrathaltige Düngemittel wie Kalkammonsalpeter (wie z.B. YaraBela Nitromag) und YaraBela Sulfan zu so dass diese aktuell zu sehr wettbewerbsfähigen Preisen für die anstehende Frühjahrsdüngung angeboten werden können.

pm

 

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