Melken mit Luxus

17. Januar 2019

Stressfrei und euterschonend für eine Kuh, sowie komfortabel und entlastend für den Melker: Der Melkfuchs von Probst Agrartechnik ermöglicht angenehmes Melken für Mensch und Tier.

Für Andrea Rieder ist das Melken mit dem Melkfuchs ein Kinderspiel, denn er entlastet die
Schultern, Arme und Wirbelsäule. Fotos: E. Luttner

Das Betriebsleiterehepaar Andrea und Leonhard Rieder bewirtschaftet im oberbayerischen Alpenvorland in Irschenberg, Landkreis Miesbach, 30 ha Dauergrünland. Das ist die Futtergrundlage für 33 Fleckviehkühe mit Nachzucht. Ihr Hof liegt malerisch an einem Berghang (724 m NN, durchschnittlich 850 mm Niederschläge im Jahr und durchschnittliche Jahrestemperatur 7,4° C) mit Panoramablick auf das Wendelsteingebirge. Es ist ein Biobetrieb, der entsprechend der Naturland-Richtlinien bewirtschaftet wird. Die Rieders wollten ihren Kühen und sich selbst mehr Komfort bieten und haben den alten Anbindestall mit einem Anbau um eine Liegehalle erweitert. Im Altbau wird nach wie vor gefüttert, es gibt dort eine Abkalbebucht und es gibt eingestreute Kälberbuchten. Das Abteil für die trächtigen Kalbinnen hat Liegebuchten, die genauso bequem mit Komfortmatrazen ausgestattet sind wie die Liegeplätze im Neubau. Zusätzlich werden die Liegeboxen mit Strohmehl eingestreut. Die Kühe fühlen sich rundum wohl in ihrem Stall. Sie sind sehr sauber, haben keine verschmutzten Euter und sind sehr ruhig – die besten Voraussetzungen für eine gesunde und gehaltvolle Milch von gesunden Kühen.

Zum neuen Stall musste eine neue Melktechnik her. Der Melkstand ist im Altgebäude. Seit bald zwei Jahren melken jetzt die Rieders ihre Biokühe in einem 2 x 4 Fischgrätenmelkstand mit dem Melkfuchs der Firma Probst Agrartechnik. Sie sind froh, dass sie sich für den Melkfuchs entschieden haben und das aus gutem Grund: Eine ausgefuchste Steuerungstechnik macht das Melkzeug nahezu schwerelos und kann daher rücken-, nacken- und schulterschonend angesetzt werden. „Diese Melktechnik ist einerseits der absolute Luxus. Aber wir melken zweimal täglich, das ganze Jahr über. Das ist viel Zeit, die wir im Melkstand verbringen. Und wir haben gesagt, den Luxus gönnen wir uns. Wir wollten uns den Arbeitsplatz „Melkstand“ und das Melken so angenehm wie nur möglich gestalten. Und da gibt es unserer Meinung nach nichts Besseres als den Melkfuchs von Probst.“ Die Kühe gehen stressfrei in den Melkstand, fühlen sich wohl im Melkstand und verlassen ihn stressfrei.

 

Mit Familienanschluss

Andrea und Leonhard Rieden mit ihren Söhnen Leonhard (bei seiner Mutter) und Andreas, die jede Kuh persönlich kennen.

„Sie liegen entspannt in ihren Liegeboxen und käuen wieder“, sagt der 14-jährige Sohn Leonhard, der vielleicht einmal den Betrieb übernimmt. Schon heute geht er, genauso wie sein jüngerer Bruder Andreas, gerne mit in den Stall, kennt jede Kuh persönlich und ist mit der Melktechnik vertraut. Aber um über die Hofnachfolge nach zu denken, dafür ist es noch viel zu früh. Andrea und Leonhard haben in die Melkfuchstechnik investiert, damit sie auch in zwanzig Jahren noch beschwerdefrei melken können, selbst wenn der Hof schon übergeben wurde. „Es ist eine Investition in unsere Gesundheit und in unsere Zukunft“, so Andrea und Leonhard Rieder einhellig. „Für unsere Kinder sind wir ja auch ein Vorbild. Wenn uns die Arbeit eine Last ist, wie sollen sie dann Interesse und Freude an der Landwirtschaft bekommen?“ Wichtig für ihre Entscheidung war auch, dass ein Betriebsfremder zur Aushilfe die Melktechnik schnell beherrscht. Die beiden erwachsenen Töchter Verena und Annalena, die nicht mehr so intensiv in das Betriebsgeschehen eingebunden sind, beherrschen die neue Melktechnik aus dem Effeff.

Bevor die Entscheidung für den Melkfuchs fiel, besuchten die Rieders Berufskollegen, mit denen sie sich austauschten, und schauten sich mehrere Melksysteme an. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda kamen sie auch auf Betriebe, die den Melkfuchs schon hatten. Er hatte es ihnen angetan. Hinzu kam die umfassende und fachlich kompetente Beratung durch die Firma Probst. Der Melkstand wurde detailgenau an den Betrieb angepasst. Das heißt, dass beispielsweise bei Kühen mit sehr dünnen Zitzen das Melkzeug angehoben und damit störendes Ansaugen von Luft vermieden wird. Dadurch sorgt die Melktechnik für gesunde Euter.

Im Sommer genießen die Rieder’schen Kühe Weidegang auf den hofnahen Flächen. Der erste Schnitt der nichtbeweideten Flächen wird zu Silage gemacht, der zweite und weitere Schnitt zu Heu bzw. Grummet. Zum Grünfutter bzw. auch zur Winterfütterung bekommen die Kühe als „Zuckerl“ noch eine kleine Portion Kraftfutter, 1 kg pro Tier und Tag, bestehend aus Hafer, Gerste und Weizen.

Nach der Geburt bleiben die Kälber einen Tag mit der Kuh in der Abkalbebox. Entsprechend der Bio-Vorgaben werden sie ausschließlich mit Vollmilch aufgezogen. In Absprache mit dem Hoftierarzt werden kranke Tiere mit tierhomöopathischen Mitteln behandelt. Antibiotika oder andere Medikamente kommen erst zum Einsatz, wenn es der Tierarzt empfiehlt.

Die Rieder’schen Kühe geben im Durchschnitt 6.000 kg Milch pro Jahr mit 4,1 % Fett und 3,4 % Eiweiß. Die Zwischenkalbezeit liegt bei 390 Tagen. Die Molkerei Gropper in der Marktgemeinde Bissingen bei Donauwörth erfasst die Milch der Rieder’schen Kühe zusammen mit der von 80 weiteren Biomilchbauern und liefert einen Teil an die Landkäserei Reißler in Nordendorf im schwäbischen Landkreis Augsburg. Dort wird die Biomilch zu verschiedenen Weichkäsesorten, beispielsweise Romadur, Schnittkäse wie der Lechtaler Käse oder der Klosterberg Käse oder zu Reißlers Landjoghurt verarbeitet. Ein Teil der Biomilch wird abgepackt für die Solidargemeinschaft „Unser Land“.

Edith Luttner

Es zieht nicht, es ist trocken und die Kühe sind an der frischen Luft.

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