Arla stellt jährlich bis zu 500 Mio. EUR für Klimaaktivitäten auf den Höfen bereit

1. März 2023

Die europäische Molkereigenossenschaft Arla Foods, zu der mehr als 1.400 Landwirte in Deutschland gehören, führt einen Nachhaltigkeitszuschlag beim Milchgeld für ihre Landwirte ein. Der Zuschlag soll zur Finanzierung und Motivation von Maßnahmen beitragen, die Landwirte benötigen, um das Ziel von minus 30 Prozent (vs. 2015) bei den CO2e-Emissionen auf den Höfen bis 2030 zu erreichen. Dafür stellt Arla bis zu drei Eurocent je Kilogramm Milch für Nachhaltigkeitsaktivitäten zur Verfügung.Diese ergänzen den bereits bestehenden Zuschlag von einem Eurocent, den die Landwirte für die Übermittlung ihrer Klima-Check-Datenerhalten. Bezogen auf die aktuelle Milchmenge der Genossenschaft entspricht dies einer Summe von bis zu 500 Mio. EUR jährlich. In Deutschland gehört das Unternehmen mit zwei großen Milchwerken in Rheinland-Pfalz und Mecklenburg-Vorpommern sowie der Deutschland-Zentrale in Düsseldorf zu den Top 5 in der Molkereibranche und ist mit Marken wie Arla Buko, Arla Skyr und Kærgården sowie Handelsmarken präsent. Arla verfolgt eine ambitionierte Nachhaltigkeitsagenda vom Hof bis ins Kühlregal: Bis 2030 sollen die CO2e-Emissionen in den Bereichen Produktion, eigene Logistikflotte und Energienutzung um 63 % reduziert werden, auf den Arla-Höfen (pro Kilogramm Milch), bei externen Logistikdienstleistungen und Verpackungen um 30 %. Bis 2050 möchte Arla Netto-Null-CO2e-Emissionen erreichen.

Arla CEO Peder Tuborgh

Zwei Jahre nachdem Arla einen umfassenden Klima-Check auf 8 000 Betrieben in sieben europäischen Ländern eingeführt hat, gehen die Arla-Landwirte einen weiteren wichtigen Schritt, um bei der ökologisch nachhaltigen Milchwirtschaft Vorreiter zu sein. 2023 wird der Milchpreis, den jeder einzelne Arla-Landwirt von der Molkereigenossenschaft erhält, von seinen Aktivitäten im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit abhängen.

Die Arla-Genossenschaft führt dafür ein punktebasiertes Modell für den Nachhaltigkeitszuschlag ein, das auf den Daten des Klima-Checks aufbaut, um aktuelle und künftige Nachhaltigkeitsaktivitäten in den Betrieben zu belohnen. Der Aufsichtsrat legt jährlich bis zu drei Eurocent pro Kilogramm Milch auf den Tisch, um Umweltverbesserungen auf Basis von 19 Faktoren zu finanzieren und voranzutreiben. Das gesamte Zuschlagpaket umfasst auch den zusätzlichen Eurocent, den die Landwirte für die Übermittlung ihrer Klima-Check-Daten erhalten. Im ersten vollen Jahr werden voraussichtlich mindestens 270 Mio. EUR über den monatlichen Milchpreis ausgeschüttet, je nachdem, was die Landwirte im Bereich der 19 Faktoren des Modells leisten.

„Das Modell für den Nachhaltigkeitszuschlag ist ein historischer Meilenstein im Wandel von Arla zu einer nachhaltigeren Milchwirtschaft. Wir führen einen fortschrittlichen und ehrgeizigen Nachhaltigkeitszuschlag ein, der eine grundlegende Änderung unseres Milchpreismodells darstellt. Künftig wird der Milchpreis, den die Arla-Landwirte für ihre Milch erhalten, nicht nur von Fett, Eiweiß und Qualität abhängen, sondern auch von ihren Aktivitäten im Bereich der Nachhaltigkeit. Die Unterstützung unserer Landwirte, selbst in einer Zeit großer Unsicherheit, ist ein Beweis für unser Engagement, an der Spitze der fortschrittlichen Milchwirtschaft zu stehen und den Maßstab dafür zu setzen, wie wir unseren gesamten Sektor voranbringen können“, sagt Jan Toft Nørgaard, Aufsichtsratsvorsitzender von Arla.

Die drei Eurocent kommen zu dem einen Eurocent hinzu, den die Landwirte für die Übermittlung ihrer Klima-Check-Daten erhalten, die eine Voraussetzung und die Grundlage für die Berechnung des Zuschlags für den einzelnen Landwirt sind. Bei der aktuellen Milchmenge, die Arlas Landwirte jährlich produzieren, entsprechen die vier Eurocent pro Kilogramm Milch einer halben Milliarde EUR . Der Aufsichtsrat von Arla ist bereit, diese Summe vom Arla-Milchpreis abzuziehen und an die Landwirte je nach ihrer individuellen Punktezahl im Modell für den Nachhaltigkeitszuschlag umzuverteilen. Beim derzeitigen Milchpreis entspricht dies ca. 7 % des Milchpreises.

„Der Nachhaltigkeitszuschlag wird ein wirksames Instrument sein, um weitere Verbesserungen zu erzielen. Arla hat einige der klimaeffizientesten Landwirte der Welt, aber man hat auch erkannt, dass die Anstrengungen beschleunigt werden müssen, um bei der nachhaltigen Milchwirtschaft an der Spitze zu stehen. Mit diesem historischen Schritt werden wir auf dem Markt stärker auftreten und unseren Kunden und Verbrauchern die klare Botschaft vermitteln, dass der notwendige Wandel für unsere Landwirte seinen Preis hat und dass ein angemessener Teil des Geldes, das Kunden und Verbraucher für Arla-Produkte bezahlen, den Landwirten zugutekommt, die die meisten Maßnahmen ergreifen“, sagt Peder Tuborgh, CEO von Arla Foods.

Ein punktebasiertes System

Das Modell ist ein punktebasiertes System, bei dem die Landwirte Punkte sammeln können, die auf ihren Aktivitäten an den 19 verschiedenen Faktoren des Modells basieren, z. B. Futter-, Eiweiß- und Düngemitteleffizienz, Güllelieferung an Biogas, Biodiversität, Carbon Farming und Nutzung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen und entwaldungsfreier Soja.

80 Punkte werden ab dem Start 2023 zur Verfügung stehen, und weitere 20 Punkte für neue Faktoren sollen in den nächsten Jahren in das Modell integriert werden, sodass insgesamt 100 Punkte zur Verfügung stehen werden.

Für jeden Punkt, den die Landwirte erreichen können, erhalten sie 0,03 Eurocent pro Kilogramm Milch. Aktivitäten mit größerem Verbesserungspotenzial für Klima und Natur führen zu den meisten Punkten – und damit auch zum größten finanziellen Anreiz.

Im ersten vollen Jahr werden voraussichtlich mindestens 270 Mio. EUR über den monatlichen Milchpreis ausgeschüttet, je nachdem, was die Landwirte in den 19 Faktoren leisten. Die Zahl basiert auf Daten aus dem Klima-Check 2021 und entspricht einem geschätzten Durchschnitt von 39 Punkten oder 2,17 Eurocent pro Kilogramm Milch für erreichte Punkte, einschließlich des 1 Eurocent für die Übermittlung der Klima-Check-Daten, die eine Voraussetzung ist.

Für einen durchschnittlichen Arla-Landwirt mit einer durchschnittlichen jährlichen Milchproduktion von 1,2 Mio. kg bedeutet dies, dass ca. 26.000 Euro des Milchpreises aufgrund seiner Aktivitäten im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit erzielt werden.

Die durchschnittliche Auszahlung könnte jedoch schon im ersten Jahr steigen, da einige Landwirte von Anfang an so viele Punkte wie möglich anstreben, z. B. durch die Umstellung auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen im Jahr 2023.

Unterstützung durch die Landwirte-Genossenschaft von Arla

Der Aufsichtsrat von Arla hat sich intensiv mit der Entwicklung des Modells befasst, um sicherzustellen, dass es eine maximale Wirkung hat und für die verschiedenen Betriebsformen und -systeme gerecht ist. Seit August wird der Vorschlag unter den Landwirten von Arla ausführlich diskutiert.

„Alle Verbesserungsvorschläge und Feedbacks unserer Mitglieder wurden registriert und berücksichtigt, und einige davon finden sich in dem Modell wieder, das wir heute vorstellen. Ich bin stolz darauf, dass die Mitglieder in unserer gesamten Genossenschaft trotz Inflation, Arbeitskräftemangel und Versorgungsproblemen die Ansicht vertreten, dass es an der Zeit ist, finanzielle Anreize für Verbesserungen der Nachhaltigkeit zu schaffen“, sagt Jan Toft Nørgaard.

Es obliegt dem Landwirt, den Zuschlag in Anspruch zu nehmen. Allerdings haben rund 95 Prozent der Arla-Landwirte, die 99 Prozent der Milchmenge der Arla-Landwirte ausmachen, ihre Daten bereits für den Klimacheck 2022 eingetragen. Somit werden ihre Punkte für einige der Faktoren im Modell für den Nachhaltigkeitszuschlag automatisch berechnet – und die Landwirte erhalten ihre Belohnung.

Die erste Zuschlagzahlung wird im August 2023 als Teil des monatlichen Milchpreises auf der Grundlage der im Juli gelieferten Milch ausgezahlt. Der Zuschlag wird auf der Grundlage der Daten aus den Klima-Checks 2022 und zusätzlicher Dokumentation berechnet, die der Landwirt hochgeladen hat, z. B. eine Kaufvereinbarung für Strom aus erneuerbaren Quellen oder entwaldungsfreies Soja.

Fünf Dinge, die Sie über das Modell für den Nachhaltigkeitszuschlag wissen sollten

  1. Das Modell für den Nachhaltigkeitszuschlag belohnt sowohl aktuelle als auch zukünftige Aktivitäten und umfasst Faktoren, die für die verschiedenen landwirtschaftlichen Systeme in der Arla-Genossenschaft relevant sind. Die Landwirte werden für bereits umgesetzte Aktivitäten belohnt, da diese im Laufe der Jahre zur Senkung der gesamten CO2-Emissionen von Arla beigetragen haben, und es ist wichtig, dass diese Aktivitäten fortgesetzt werden.
  2. Es handelt sich um ein punktebasiertes Modell, bei dem Aktivitäten an 19 verschiedenen Faktoren mit Punkten belohnt werden. 80 Punkte werden ab dem Start 2023 zur Verfügung stehen, und weitere 20 Punkte sind für weitere Faktoren vorgesehen, sodass in einigen Jahren insgesamt 100 Punkte zur Verfügung stehen werden.
  3. Jeder Punkt, den der Landwirt je nach dem Grad seiner Aktivitäten im Bereich der ökologischen Nachhaltigkeit erreicht, bringt ihm 0,03 Eurocent pro Kilogramm Milch ein. Die Faktoren mit dem größten Wirkungspotenzial werden die meisten Punkte erzielen.
  4. Das Modell für den Nachhaltigkeitszuschlag ist von Anfang an stark auf Klimaaktivitäten ausgerichtet und wird unter anderem einige der Aktivitäten vorantreiben, die am wirkungsvollsten, am einfachsten umzusetzen und am kosteneffizientesten sind, um das Ziel einer Emissionsreduzierung um 30 % bis 2030 zu erreichen. Mit zunehmender Reifung der Nachhaltigkeitsagenda und der Wissenschaft werden weitere Optionen in das Modell aufgenommen.
  5. Zu den Faktorenkategorien, bei denen Landwirte Punkte sammeln können, gehören:            
  • Die „Big5“

                    1. Futtereffizienz

                    2. Einsatz von Düngemitteln

                    3. Flächennutzung

                    4. Optimaler Eiweißgehalt

                    5. Robustheit der Tiere

  • Güllemanagement
  • Verwendung nachhaltiger Futtermittel
  • Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energiequellen (Erzeugung im Betrieb oder Kauf von Zertifikaten)
  • Biodiversitäts- & Carbon-Farming-Aktivitäten
  • Fortbildung

Das Scope-3-Ziel von Arla Foods besteht darin, die Treibhausgasemissionen bis 2030 um 30 % pro Tonne standardisierter Rohmilch und Molke zu senken, ausgehend vom Basisjahr 2015.

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