Digitalisierung erleichtert das Melken

17. Januar 2019

Auch beim Melken markiert die Digitale Landwirtschaft den Stand der Technik. Roboter melken und Sensoren überwachen Kuh und Milch. Große Fortschritte wurden auf dem Gebiet der Onlineanalytik von Milchparametern zur Gesundheits- und Brunstüberwachung der Kühe registriert sowie bei der Melk- und Kühltechnik.

Die Melktechnik hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten eine rasante Entwicklung genommen. © Dr. Steffen Pache

Dabei werden verbrauchsmittelarme, physikalische Messmethoden, wie z.B. die Spektroskopie, Akustik oder spezielle Bildanalyseverfahren, eher von der Praxis angenommen als nasschemische Analysemethoden. Wiederkau- und Aktivitätssensoren, Sensoren zur Schätzung der Körperkondition oder des Körpergewichtes können die Datenaufzeichnung rund um die Milchkuh erweitern, wenn der Mehraufwand auch zu einem Mehrgewinn für den Milcherzeuger geführt wird.

Digitales Hilfsmittel

Dazu haben die Melktechnikhersteller gemeinsam mit Softwarehäusern ein besonderes Augenmerk auf eine vernetzte Verarbeitung der vielschichtigen Prozessdaten in den Herdenmanagementprogrammen gelegt. Die Komplexität dieser Programme ist deutlich gewachsen. Sie sind ein effektives Hilfsmittel für den Tierpfleger zur Unterstützung seiner einzeltierbezogenen Entscheidungen, Behandlungen und Dokumentation für ein Mehr an Produktionssicherheit und Qualitätssicherung. Wachsendes Interesse finden dabei auch mobile Anwendungen zur Herdenüberwachung und Online-Prozesssteuerung mit dem Smartphone. Neben der Verfügbarkeit von schnellem Internet sollte aber genau geprüft werden, welche Funktionen und Auswertungen der vielfältigen Angebote die Produktivität der Milcherzeugung wirklich positiv beeinflussen und auch im Alltag genutzt werden. Neben den Managementfaktoren, die in jedem Betrieb anders zu bewerten sind, ist ein deutlicher Fortschritt der Melk- und Kühltechnik beim Verbrauch von Energie und Wasser zu verzeichnen.

Neue frequenzgesteuerte Vakuumerzeuger, Kompressoren mit Pulsweitenmodulation, Brunnenwasservorkühler, Kühlaggregate mit Wärmerückgewinnung, Stapelreinigungsautomaten oder LED-Beleuchtungskonzepte bringen einen messbaren Beitrag bei der  Reduzierung des spezifischen Energieverbrauchs auch in kleineren Milchviehbetrieben. Gleiches gilt für den spezifischen Wasserverbrauch. Von intelligenten, wassersparenden Reinigungskonzepten für Melkanlagen bis hin zu Brunnenwasseraufbereitungsanlagen zur Milchkühlung mit Speicherung für die Tränkwasserversorgung und Mehrfachnutzung für die Anlagenreinigung werden praktikable Lösungen angeboten.

Intelligente Diagnosetools

Eher unbemerkt sind die technischen Entwicklungen auf dem Gebiet der Funktionssicherheit und Wartungsfreundlichkeit der Melk- und Kühltechnik. Dies spielte für Automatische Melkverfahren schon lange eine besondere Rolle. Intelligente Diagnosetools sind heute über Internet in der Lage, sich ankündigende Funktionsstörungen schon vor dem technischen Ausfall zu erkennen und entsprechende Wartungsarbeiten planmäßig einzuleiten. Diese Tools sind gerade bei großen Melkanlagen mit hoher täglicher Auslastung sehr effizient.

Zusammenfassend wird deutlich, dass die heute angebotene Melk- und Kühltechnik bereits von einem hohen Automatisierungsgrad durchdrungen ist und eine hohe Arbeitsproduktivität mit qualifiziertem Personal erwarten lässt. Sensoren und Mikroprozessoren übernehmen die Anlagensteuerung und erlauben deutliche Ressourceneinsparungen bei Energie und Wasser. Die Prozessdaten werden zunehmend über Smart Control-Systeme zur horizontalen und vertikalen Verfahrenssteuerung genutzt. Ergänzt um geeignete Sensoren zur tierindividuellen Gesundheits- und Fruchtbarkeitsüberwachung werden Software-Lösungen für eine echte, wissensbasierte Entscheidungsunterstützung des Herdenmanagers/Melkers entwickelt. Moderne Informations- und Kommunikationstechniken erlauben bei ausreichender Internetverfügbarkeit die ortsunabhängige Herdenüberwachung und Prozesssteuerung bei mehr Flexibilität in der Arbeitsorganisation. Internetbasierte Diagnosetools sowie neue umweltverträgliche und verschleißarme Materialien erhöhen die Wartungsfreundlichkeit und unterstützen die Funktionssicherheit der Anlagen.

Dr. Steffen Pache, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie

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