Die Liebe zur Milch…

18. August 2022

… verbindet die aktuelle Milchkönigin Veronika Gschoßmann (23) und die Milchprinzessin Philomena Mögele (20). Die neuen Hoheiten dürfen in den kommenden zwei Jahren die bayerische Milchwirtschaft vertreten.

Philomena Mögele (l.) und Veronika Gschoßmann sind seit Mai die neuen Milchhoheiten. Foto: VMB

Bereits im Mai 2022 stellten sich acht Finalistinnen in Triesdorf, Standort des Lehr-, Versuchs- und Fachzentrums für Milchanalytik sowie der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf, den Fragen der Jury. Diese achtete besonders darauf, dass die Kandidatinnen über ein fundiertes Fachwissen zur Milcherzeugung und -verarbeitung verfügen, und sicher und sympathisch auftreten. Am Ende überzeugten zwei Bewerberinnen besonders: Die 23-jährige Veronika Gschoßmann wurde offiziell zur neuen Milchkönigin gekrönt. Sie kommt aus Kühbach, stammt aus einem landwirtschaftlichen Betrieb und ist ausgebildete Groß- und Außenhandelskauffrau. Die neue Milchkönigin wird unterstützt von der 20-jährigen Milchprinzessin Philomena Mögele aus Bobingen, die an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf ihr duales Studium für Landwirtschaft absolviert. Die beiden Milchbotschafterinnen repräsentieren im Auftrag des Verbandes der Milcherzeuger Bayern (VMB) und von milch.bayern die bayerische Milchwirtschaft als wichtigsten und umsatzstärksten Produktionszweig der Ernährungswirtschaft in Bayern. Sie vertreten mit viel Leidenschaft und Engagement auf vielen Presseterminen, Messen und Fachvorträge die bayerische Milchwirtschaft.
Das »Allgäuer Bauernblatt« hat die zwei Hoheiten interviewt und nachgefragt, wie es zu dem Amt kam, welche Visionen sie verfolgen und welche Aufgaben sie in ihrem Amt meistern müssen.

Wieso haben Sie sich entschlossen, sich für dieses Amt zu bewerben?

Veronika Gschoßmann: Im Endeffekt hat alles im Herrschinger Grundkurs, wo ich als Praktikantin tätig war, angefangen. Ich wusste zwar auch davor schon, dass es die Milchhoheiten gibt und die Wahl der Nachfolgerinnen bald ansteht, dennoch ist mir in dieser Zeit bewusst geworden, in welcher kritischen Situation die bayerische Milchwirtschaft sich befindet und wie wichtig es ist, dass die Landwirtschaft nach außen gut vertreten wird, auch im Dialog mit den Verbrauchern. Nachdem ich unter Freunden viel Zuspruch fand, entschloss ich mich, mich der Herausforderung zu stellen und verschickte meine Bewerbung zur bayerischen Milchkönigin. Mir persönlich macht es sehr viel Spaß, neue Menschen kennenzulernen und mit ihnen in den Austausch zu kommen, sei es mit Verbrauchern, Landwirten oder Politikern. Das gibt einem das Gefühl, etwas bewegen zu können, weil die Menschen einem zuhören. Denn es ist wichtig, der Bevölkerung zu erzählen, was eigentlich alles hinter dem Produkt Milch steckt. Durch die zunehmende Verstädterung unserer Gesellschaft haben immer weniger Personen noch Bezug zur Landwirtschaft und zur Milchproduktion, was mit einer sinkenden Akzeptanz gegenüber Milchprodukten einhergeht.

Philomena Mögele: Weil es mir wichtig ist, zu vermitteln, wie wertvoll die bayerische Land- und Milchwirtschaft ist, habe ich mich beworben. Als Milchhoheit hat man die Chance, dies vielen Menschen zu zeigen und das wollte ich gerne selbst »in die Hand nehmen«.

Was möchten Sie mit Ihrem Amt bewirken?

Gschoßmann: In meinem Amt möchte ich vor allem aufklären über die Milchproduktion und die Landwirtschaft. Denn durch die Arbeit von Tierschutz- und Umweltvereinen hat die Milch heute nicht mehr den ausgezeichneten Ruf, den sie einst hatte. Auch für die Arbeit unserer Landwirte brauchen wir mehr Akzeptanz in der Bevölkerung, denn diese entscheidet am Ende über die politische Führung in Deutschland und die daraus resultierenden agrarpolitischen Entscheidungen. Außerdem möchte ich zeigen, wieviel Leidenschaft hinter der Landwirtschaft sowie der Herstellung von Milchprodukten steckt. Zudem möchte ich junge Menschen für diese ehrwürdigen Berufe begeistern.

Mögele: Ich möchte Verständnis und Wertschätzung wecken, indem ich den Verbrauchern Hintergründe erkläre. Auch die Landwirte selbst möchte ich ermutigen, auch selbst Öffentlichkeitsarbeit zu leisten, in dem Umfang, wie es der Betrieb zulässt. Kleinigkeiten können bei vielen Menschen schon einen »Aha-darum-ist-das-so-Effekt« erreichen, sodass sie vielleicht öfter zu regionalen Produkten greifen. Wertschätzung braucht auch Wertschöpfung entlang der Produktionskette.

Welche Aufgaben bringt das Amt mit sich?

Gschoßmann: Zu meinen Aufgaben gehören hauptsächlich repräsentative Aufgaben, wie beispielsweise die Milchwirtschaft auf verschiedenen Messen und Veranstaltungen zu vertreten. Da gehört auch mal ein Grußwort zum Tagesprogramm. Außerdem sind wir Milchhoheiten in den sozialen Netzwerken vertreten und werben dort für das Produkt Milch, informieren über die Herstellung und die Produktion, oder geben Tipps für Milchrezepte.

Mögele: Der Besuch von Veranstaltungen aller Art, die mit der Milchwirtschaft zu tun haben, z.B. Messen, Veranstaltungen der Erzeuger und Verarbeiter, von der Tierschau bis zur Käsereieinweihung. Dazu gehört, hin und wieder ein Grußwort zu sprechen und sich mit Politikern auszutauschen. Nicht zuletzt haben wir Milchhoheiten zusätzlich einen Instagram- und Facebook-Auftritt, der gepflegt werden muss.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft der Milch bzw. Landwirtschaft?

Gschoßmann: Der Landwirtschaft wünsche ich, dass sie bei all den heutigen Herausforderungen nie den Mut verliert und stets einen Weg findet, sich den Anforderungen der Gesellschaft und der Politik zu stellen. Der Milch wünsche ich, dass sie den Stellenwert in unserer menschlichen Ernährung zurückerlangt, den sie sich als qualitativ hochwertiges Grundnahrungsmittel verdient.

Mögele: Ich wünsche mir, dass sich das Interesse an regionalen Lebensmitteln auch an den Ladenkassen widerspiegelt, dass sich weiterhin junge, motivierte Menschen für die Landwirtschaft begeistern können und gerade die Milch die Anerkennung bekommt, die sie mit ihrem Beitrag zum Erhalt unserer Kulturlandschaft, Artenvielfalt und Lebensmittelsicherheit verdient hat!

Das Interview führte Eva Bodenmüller.
Erstveröffentlichung im Allgäuer Bauernblatt 31/2022

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