Marktbericht vom 29.04.2026
Die Milchanlieferung in Deutschland befindet sich derzeit weitgehend auf einem Plateau, sodass kurzfristig keine weiteren Steigerungen zu erwarten sind. Es wird davon ausgegangen, dass in den kommenden ein bis zwei Wochen die diesjährige Milchspitze erreicht wird. Anschließend ist mit einem leichten Rückgang der Erfassungsmengen zu rechnen. Aktuell steht den Molkereien sowohl in den Betrieben als auch auf dem Spotmarkt ausreichend Rohstoff zur Verfügung. Auf der Proteinseite zeigt sich eine zunehmende Nachfrage auf niedrigem Niveau, während sich die Fettseite etwas abgeschwächt präsentiert. Die Produktmärkte hingegen zeigen sich stabil bis teilweise deutlich fester, wobei einzelne Segmente von einer soliden Nachfrage und einer insgesamt freundlichen Marktstimmung profitieren, was sich in festeren Preisen widerspiegelt.
Milchpulver und Süßmolkenpulver
Die Nachfrage nach Milchpulver ist besonders im internationalen Geschäft äußerst hoch. Vollmilchpulver zeigt derzeit jedoch nur wenig Belebung und die Preise bewegen sich auf einem unveränderten Niveau. Die schwächeren Tendenzen bei Sahne wirken sich zusätzlich belastend auf den Preis für Vollmilchpulver aus. Eine andere Entwicklung zeigt sich bei Magermilchpulver. Dieser Bereich wird stark vom internationalen Handel getragen und der Weltmarkt reagiert mit hoher Nachfrage sowie deutlich steigenden Preisen. Magermilchpulver in Futtermittelqualität folgt dieser Entwicklung ebenfalls, auch wenn die Saison für Kälbermilch allmählich ausläuft und die Nachfrage dadurch etwas ruhiger wird. Eine klare Richtung zeigt Süßmolkenpulver in Lebensmittelqualität. Dieses Produkt wurde, wie nahezu jede Woche in der Preisermittlung, erneut nach oben korrigiert. Der ungebremste Bedarf an Molkenproteinkonzentraten zieht das gesamte Molkengeschäft weiter nach oben und sorgt für eine sehr gute Verwertung des Nebenprodukts aus der Käseherstellung. Süßmolkenpulver in Futtermittelqualität zeigt sich ebenfalls deutlich fester.
Butter
Die Nachfrage bei abgepackter Butter hat wieder leicht angezogen. Wie sich der Konsum weiter entwickeln wird, könnte auch von der Witterung abhängen. Einige Discounter versuchen wieder durch geringere Ladenverkaufspreise hier die Kunden in ihre Läden zu locken. Bei der Blockbutter 25 kg setzt sich die abwartende Haltung auf der Einkaufsseite fort. Die Preise finden sich noch nicht.
Emmentaler
Allgäuer Emmentaler konnte mit einer guten Meldemenge heute wieder notiert werden. Die Notierung wurde etwas enger gefasst. Bei Emmentaler und Viereckhartkäse wurde die Notierung bei einer sehr guten Nachfrage auf 4,80 €/kg – 6,35 €/kg angepasst.
Schnittkäse
Der Markt für Schnittkäse läuft nach wie vor gut. Der Lebensmitteleinzelhandel ruft die Mengen sehr gut ab. Dies betrifft vorwiegend das Handelsmarkensortiment. Geplante Aktionen für die kommende Woche dürften den Absatz noch stimulierten. Der Foodservice erwartet durch die wärmere Witterung vermehrten Absatz. Planmäßig zieht die Lebensmittelindustrie. Für den Export in Drittländer wird kontinuierlich ausgeliefert. Die Bestände in den Reifelägern sind gering und jung. Verzögerungen bei den Auslieferungen scheint es nicht mehr zu geben. Preislich könnte sich eine Uneinheitlichkeit einstellen. Die weitere Entwicklung bleibt abzuwarten.
Mit freundlicher Genehmigung der Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V.
Weitere Notierungen finden Sie unter: https://www.butterkaeseboerse.de/aktuelles.html
