Marktbericht vom 17.06.2026
Die Milchanlieferung an deutsche Molkereien bleibt auf hohem Niveau stabil und liegt weiterhin über dem Vorjahreswert. Mit der bevorstehenden Hitzeperiode ist jedoch mit sinkenden Milchmengen zu rechnen, da hohe Temperaturen erfahrungsgemäß die Milchleistung reduzieren. Gleichzeitig wird im Frischesegment und bei Mozzarella aufgrund der saisonal steigenden Nachfrage mit zusätzlichen Absatzimpulsen gerechnet. Die Kombination aus potenziell rückläufiger Rohmilchverfügbarkeit und wachsender Nachfrage könnte die Marktlage in den kommenden Wochen spürbar beeinflussen.
Milchpulver und Süßmolkenpulver
Die Nachfrage nach Vollmilchpulver bleibt ruhig; zusätzliche Abschlüsse der Schokoladenindustrie werden erst nach der Ferienzeit erwartet. Der unter Druck stehende Spotmarkt für Sahne belastet das Preisniveau zusätzlich. Auch bei Magermilchpulver in Lebensmittelqualität hat sich das Marktgeschehen spürbar beruhigt, insbesondere im Export, wonur wenig Bewegung zu erkennen ist. Sinkende Preise verringern den Abstand zu US-Ware und obwohl die meisten Mengen als verkauft gelten, werden einzelne Partien zu niedrigeren Preisen abgegeben. Magermilchpulver in Futtermittelqualität zeigt erneut eine schwächere Tendenz. Süßmolkenpulver in Lebensmittelqualität präsentiert sich uneinheitlich: Teilweise lassen sich gute Mengen zu hohen Preisen langfristig absetzen, während andere Käufer nicht bereit sind, höhere Preisforderungen zu akzeptieren. Molkenpulver in Futtermittelqualität ist vereinzelt günstiger verfügbar, was die insgesamt heterogene Marktlage unterstreicht.
Butter
Butter im 250-g-Packungssegment wird zu unveränderten Preisen gehandelt. Teilweise bereiten besondere Aktionen über verschiedene Shopping-Apps den Lieferanten jedoch Schwierigkeiten, da vereinzelt Markenware unterhalb des üblichen Preiseinstands angeboten wird. Bei Butterblöcken im 25-kg-Karton finden aktuell nur wenige Kaufabschlüsse statt. Die derzeitige Rahmpreissituation führt in diesem Segment zu einem leicht korrigierten Preisniveau, das die verhaltene Nachfrage widerspiegelt.
Emmentaler
Allgäuer Emmentaler scheint mit der Sommerpause begonnen zu haben. Aufgrund einer zu geringen Menge konnte dieser aktuell nicht notiert werden. Bei Emmentaler und Viereckhartkäse hingegen ist die Nachfrage sehr gut. Die Preise bleiben stabil.
Schnittkäse
Die Inlandsnachfrage nach Schnittkäse bleibt stabil, besonders im Lebensmitteleinzelhandel. Die Industrie ordert imüblichen Umfang, während der Food-Service witterungsbedingt zuletzt schwächer war, aber mit steigenden Temperaturen wieder anziehen dürfte. Exporte in Drittländer laufen kontinuierlich, während Südeuropa durch starken Wettbewerb und leicht unter den Erwartungen liegende Nachfrage geprägt ist. Die Reifebestände bleiben niedrig. Die Preise für Schnittkäse sind stabil, jedoch nehmen Preisdiskussionen zu. Besonders bei Brotware versuchen Käufer verstärkt, niedrigere Konditionen durchzusetzen.
Mit freundlicher Genehmigung der Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V.
Weitere Notierungen finden Sie unter: https://www.butterkaeseboerse.de/aktuelles.html
