Neue Milchhoheiten gekrönt

11. Juni 2026

Mit Charme, Fachwissen und echter Leidenschaft für die bayerische Milchwirtschaft vertreten sie künftig die heimische Milchwirtschaft: Die neuen bayerischen Milchhoheiten wurden gekrönt und treten nun ihr Amt als Botschafterinnen für regionale Qualität und die Landwirtschaft an. 

Julia Decker (l.) und Annika Riefler sind die neuen bayerischen Milchhoheiten. Foto: VMB

Im Rahmen ihrer Amtseinführung hatten das Allgäuer Bauernblatt die Gelegenheit, die frisch gekrönten Milchhoheiten Julia Decker (20) und Annika Riefler (21) zu interviewen und mehr über ihre Motivation, ihre Ziele und ihre Verbindung zur bayerischen Land- bzw. Milchwirtschaft zu erfahren.

Allgäuer Bauernblatt (AB): Wie sind Sie darauf gekommen, sich als Milchkönigin zu bewerben?
Julia Decker: Während meiner Ausbildung habe ich erstmals von den bayerischen Milchhoheiten erfahren – und schon damals war für mich klar, dass ich diese Rolle selbst einmal übernehmen möchte. Seitdem verfolgte ich die Bayerische Milchkönigin und die Milchprinzessin regelmäßig auf ihren Social-Media-Kanälen. Als Anfang des Jahres schließlich ein Aushang in meinem Betrieb veröffentlicht wurde, entschied ich mich dazu, mich zu bewerben.
Annika Riefler: Im ersten Semester meiner Ausbildung waren wir auf der Grünen Woche in Berlin. Dort habe ich die damaligen Milchhoheiten gesehen und war von ihnen sehr beeindruckt. Da die Landwirtschaft sehr in der Kritik steht, wollte ich durch die Ausübung dieses Amts meinen Teil zur Öffentlichkeitsarbeit beitragen.

AB: Worauf freuen Sie sich in Ihrem Amtsjahr am meisten?
Decker: Besonders freue ich mich auf die vielen netten und informativen Gespräche, auf neue Begegnungen und darauf, neue Menschen kennenzulernen. Außerdem freue ich mich darauf, wertvolle Erinnerungen fürs Leben zu sammeln und dabei das hochwertige und regionale Produkt »Milch« repräsentieren zu dürfen.
Riefler: Die Viehschauen und den landwirtschaftlichen Teil bzw. die Veranstaltungen. 

AB: Gibt es schon einen Termin oder Auftritt, auf den Sie besonders gespannt sind?
Decker: Die Grüne Woche in Berlin sowie auf die vielen Auftritte auf den unterschiedlichsten Messen. Besonders am Herzen liegen mir außerdem die Veranstaltungen in Triesdorf, allen voran die Verabschiedung der Milchwirtschaftlichen Laboranten/innen und Labormeister/innen, da ich selbst den Beruf der Milchwirtschaftlichen Laborantin ausübe.

AB: Was war bisher der lustigste Kommentar zu Ihrem neuen Titel?
Decker: Tatsächlich werde ich sehr oft gefragt, ob die Krone schwer ist. Und ich muss sagen: Sie ist tatsächlich schwerer, als ich anfangs gedacht hätte. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran und natürlich trägt man sie mit großem Stolz.
Riefler: Mein Chef wollte den roten Teppich zum Melkstand ausrollen.

AB: Was möchten Sie Verbraucherinnen und Verbrauchern über Milch mitgeben?
Decker: Ich möchte den Verbraucherinnen und Verbrauchern gerne vermitteln, wie modern und vielseitig das Lebensmittel »Milch« ist. Durch ihre vielen wertvollen Inhaltsstoffe, wie das hochwertige Eiweiß und der hohe Calciumgehalt, ist die Milch nicht nur ein wichtiger Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung, sondern auch vielseitig einsetzbar. Mir ist es besonders wichtig, die Menschen für die hohe Qualität und den Wert dieses regionalen Lebensmittels zu sensibilisieren und zu begeistern.

AB: Welche Vorurteile gegenüber der Landwirtschaft würden Sie gerne abbauen?
Decker: Ich möchte den Verbraucherinnen und Verbrauchern gerne vermitteln, dass landwirtschaftliche Betriebe heute moderne und aufgeschlossene Familienbetriebe sind, die mit viel Leidenschaft und Herzblut hochwertige Lebensmittel erzeugen.
Riefler: Ich würde gerne die allgemeine Einstellung des Verbrauchers positiv beeinflussen und über die Kombinationshaltung und verschiedene Haltungsstufen aufklären.

AB: Was möchten Sie nach ihrem Amtsjahr unbedingt erreicht haben?
Decker: Mein Ziel ist es, die Wertschätzung für die Arbeit der Landwirte sowie der milchverarbeitenden Betriebe zu stärken. Außerdem möchte ich vermitteln, wie wichtig, abwechslungsreich und zugleich interessant die Berufe der Milchwirtschaft sind.

AB: Was wünschen Sie sich von Politik und Gesellschaft für Bayerns Milchviehbetriebe?
Decker:  Mehr Planungssicherheit, mehr Wertschätzung und faire wirtschaftliche Rahmenbedingungen! Viele Betriebe arbeiten mit großem Einsatz, stehen aber gleichzeitig unter großem Druck, durch steigende Kosten, hohe Anforderungen und schwankende Preise. Politik und Gesellschaft können dazu beitragen, die Situation zu verbessern, indem regionale Produkte stärker gefördert, bürokratische Hürden abgebaut und die Leistungen der Landwirtschaft wieder stärker anerkannt werden.
Riefler: Mehr Wertschätzung und Unterstützung insbesondere für die bayerische Landwirtschaft. Außerdem ein tieferes Bewusstsein bei der Auswahl hochwertiger, regionaler Produkte.

Das komplette Interview lesen Sie in der Ausgabe 23/2026 des Allgäuer Bauernblatts
Allgäuer Bauernblatt

 

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