Marktbericht vom 10.08.2022

von | 10. August 2022

Grundsätzlich hat sich an der Marktlage der vergangenen Wochen nicht viel verändert. Der Konflikt in der Ukraine hält an. Erste Getreidelieferungen dürfen das Land verlassen und lindern somit die Gefahr einer ausgedehnten Hungerkatastrophe in den Entwicklungsländern. Der sogenannte Wirtschaftskrieg zwischen Russland und den westlichen Ländern hält weiter an. Die Angst vor einem Gaslieferstopp und deren Folgen für die Milchwirtschaft besteht nach wie vor. Die Milchanlieferung bleibt auf niedrigem Niveau. Der Hitzestress bei den Kühen schlägt sich in den Anlieferungsmengen nieder. In weiten Bereichen von Deutschland fehlt der Niederschlag. Markenartikel und Bioprodukte werden weniger nachgefragt, ebenso die Lieferungen in den Gastrobereich. Die Ware im Preiseinstiegssegment hingegen läuft sehr gut.

Milchpulver und Süßmolkenpulver

Im Bereich der Dauermilchwaren scheint der Markt in den vergangenen Wochen etwas zu kippen. Vollmilchpulver wurde erneut zurückgenommen. Trotz „made by order“ wird Ware auf etwas niedrigerem Niveau angeboten. Die Konkurrenz aus dem Ausland scheint nun doch den deutschen Markt zu beeinflussen. Bei Magermilchpulver in Lebensmittelqualität wurden in der Berichtwoche sehr gute Mengen unter Kontrakt genommen. Die Preise zeigen sich auf einem etwas niedrigerem Niveau. Es scheint, dass die ersten Akteure aus den Ferien zurückgekehrt sind und gleich die Geschäfte aufgenommen haben. Laut den Berichten sind Bestände vorhanden und es würde mehr Angebot bestehen als Nachfrage. Die aktuelle Situation zeigt sich eher heterogen. Zu viele Verwerfungen hinsichtlich Energiekosten und Rohstoffverfügbarkeit verunsichern das Marktgeschehen. Das Gleiche schlägt sich auf den Magermilchpulvermarkt für Futtermittelqualität nieder. Die Preise wurden auch hier erneut nach unten korrigiert. Süßmolkenpulver in Lebensmittel- und Futtermittelqualität blieben unverändert zur Vorwoche.

Butter

Die Nachfrage bei Butter im 250 g-Päckchen ist in der Berichtswoche als urlaubsbedingt normal zu beschreiben. Wie sich das Kaufverhalten der Urlaubsrückkehrer entwickeln wird, bleibt abzuwarten. Man hat sich den wohlverdienten Urlaub im Ausland gegönnt, sieht sich aber bei der Rückkehr mit steigenden Kosten in verschiedenen Bereichen konfrontiert. Anscheinend sind wieder Markenartikelaktionen für den August geplant, die sich dann auf den Absatz der Preiseinstiegsware auswirken könnten. Der Markt für Blockbutter 25 kg ist aktuell etwas belebter. Es sind vermehrt Anfragen da, vielleicht auch schon mit Blick auf die Weihnachtsbäckerei. Wieviel gefrostete Ware sich in den Kühlhäusern befindet, ist nicht bekannt.

Emmentaler

Die sehr gute Nachfrage bei Allgäuer Emmentaler hält weiter an. Die Notierungsspanne wurde zur Vorwoche hin nicht verändert. Das Gleiche kann man auch von Emmentaler und Viereckhartkäse berichten. Die Mengen werden sehr gut abgesetzt. Es ist nach wie vor weniger Ware verfügbar als verkauft werden könnte.

Schnittkäse

Im Vergleich zu den letzten Wochen hat sich am Schnittkäsemarkt wenig verändert. Die Nachfrage in den meisten Vertriebskanälen ist in der Ferienzeit normal. Die Länder in Südeuropa ordern gut Ware, da hier sehr viele Urlauber sind. Preisdiskussionen gibt es im Drittlands-Export. Ein zunehmendes Problem in den Werken ist der Personalmangel wegen Erkrankungen durch die Coronawelle. Daher können die Kapazitäten nicht voll ausgelastet werden und Schichten sowie Wochenendproduktionen müssen eingestellt werden. Daher werden die Bestände in den Reifelägern zunehmend jünger. Zusätzliche Anfragen können kaum noch bedient werden.

Mit freundlicher Genehmigung der Süddeutsche Butter- und Käse-Börse e.V.

Weitere Notierungen finden Sie unter: https://www.butterkaeseboerse.de/aktuelles.html

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