Landwirtschaft im Spannungsfeld

von | 16. April 2026

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Verhältnis der Landwirtschaft zur Natur war schon immer zwiespältig. Eingebunden in Gesetzmäßigkeiten und natürliche Kreisläufe pflegten Landwirte die Natur nicht nur, sondern gestalteten sie auch gleichzeitig immer mit. Gerade Landwirte haben durch die Jahrhunderte hindurch immer wieder erfahren, wie abhängig sie von der Natur sind – seien es Naturkatastrophen, Dürrezeiten oder Schädlingsplagen.

Doch sind sie wie kaum ein anderer Wirtschaftszweig auch von politischen Entscheidungen abhängig. Bei manchen Gängeleien drängt sich der Eindruck auf, die Politik fungiere als Schutzpatron der heimischen Flora und Fauna vor der Landwirtschaft. Dass Landwirte im Konsens mit der Natur arbeiten, wird hier wiederholt ausgeblendet. Insbesondere das Ansehen und die Wichtigkeit der heimischen Landwirtschaft kommt oftmals zu kurz.

Zuletzt wurde die Bedeutung einer europäischen Ernährungssouveränität unter dem Motto »Krieg der Ernährung: Widerstandsfähigkeit gegen die Instrumentalisierung von Lebensmitteln« im Rahmen der Münchener Sicherheitskonferenz Mitte Februar nun wieder hervorgehoben. Es darf dieses Mal nicht bei den üblichen Appellen bleiben: Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit und Versorgungssicherheit müssen als Ganzes gedacht werden – Auflagen ohne ausreichende wirtschaftliche Absicherung passen hier schlichtweg nicht ins Bild!

Die Bauernproteste vor zwei Jahren haben gezeigt, dass es den Betrieben nicht nur um die Wiedereinführung des Agrardiesels ging. Zentrale Antriebe sind Sicherung von Einkommen, langfristige Marktperspektiven sowie Planungssicherheit durch eine langfristige, verlässliche und evidenzbasierte Politik. Klima- und Biodiversitätsschutz sowie Tierwohl sollten dabei so gestaltet werden, dass diese als ökonomische Chance genutzt und die Produktivität durch Bürokratie so wenig wie möglich beeinträchtigt wird.

Treffend mahnte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber auf der Wintertagung des Ökosozialen Forums in Wien an: »Nur eine starke, praxisnahe und ausreichend finanzierte Landwirtschaft hält Europa resilient, souverän und wettbewerbsfähig. Wenn wir heute an unserer Landwirtschaft sparen, zahlen wir morgen mit Abhängigkeit, Instabilität und Verlust an Souveränität.«

Alexander Ströhlein, Milchpur

 

 

 

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